Köln: 26.–29.10.2021 #fsb

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eSlot

eSlot Buchung

Für welche Fahrzeuge müssen eSlots (Zeitfenster) gebucht werden?

Für alle Fahrzeuge, die auf unserem Messegelände Güter anliefern oder abholen, sind eSlots zu buchen.

Wo können eSlots (Zeitfenster) gebucht werden?

eSlots können im Portal unter eslot.koelnmesse.de nach Registrierung gebucht werden. Die Buchung ist gegen Aufpreis vor Ort am Self Check-in auf dem Parkplatz P22 möglich.

Wer kann einen eSlot buchen?

Nach erfolgter Registrierung kann jeder einen eSlot buchen.

Ab wann kann ein Zeitfenster gebucht werden?

Das Buchungsportal wird zwei Monate vor Beginn des Aufbaus der jeweiligen Veranstaltung freigeschaltet.

Ist das System responsive?

Das eSlot-Portal sowie unsere Navigations-App NUNAV sind responsive und können mit allen gängigen digitalen Endgeräten und Browsern bedient werden.

eSlot Kosten und Bezahlung

Was kostet ein eSlot?
Kategorien
vorab im eSlot Portal
Vor Ort am Self Check -in
Pkw*
vorab im eSlot Portal 0,00 EUR
Vor Ort am Self Check -in 0,00 EUR
Transporter bis einschließlich 3,5 t
vorab im eSlot Portal 15,00 EUR
Vor Ort am Self Check -in 20,00 EUR
Lkw bis einschließlich 12 t
vorab im eSlot Portal 35,00 EUR
Vor Ort am Self Check -in 45,00 EUR
Lkw (Sattelzug) bis 40 t
vorab im eSlot Portal 46,00 EUR
Vor Ort am Self Check -in 60,00 EUR

* Für Pkw wird eine Kaution in Höhe von 100,00 Euro erhoben. Diese ist zahlbar vorab auf P21 (in bar und nur in Euro). Die Kaution wird erstattet bei Einhaltung der Ausfahrtzeit.

Wie sind Sonderfahrzeuge einzuordnen?

Kran: entspricht einem Lkw mit 40 t

Hänger: Pkw mit Hänger entspricht einem Transporter; Lkw (12 t) mit Hänger entspricht einem Lkw bis 40 t zuzuordnen

Wie werden eSlots bezahlt?

Portal: mit EC- oder Kreditkarte (Master Card oder Visa)

Self Check-in: mit EC- oder Kreditkarte (Master Card oder Visa), mit Bargeld

eSlot in Kombination mit NUNAV

Welche Vorteile bringt die Nutzung der NUNAV App?

Eine Navigation mit der NUNAV Navigations-App ermöglicht ein optimales Routing zu Ihrem gebuchten eSlot. Geben Sie hierfür Ihre Fahrtennummer und Ihren PIN aus der Buchungsbestätigung ein. NUNAV leitet Sie ohne Umwege unter Berücksichtigung Ihrer Fahrzeugklasse und eventuell geltender Beschränkungen sowie der aktuellen Verkehrssituation zum richtigen Einfahrtstor bis zu Ihrer endgültigen Ladestation. Das System passt sich während Ihrer Fahrt ständig den aktuellen Gegebenheiten an. Im Falle von Verspätungen weist Ihnen das System automatisch das nächstmögliche Zeitfenster zu.

Warum muss ich auf dem Koelnmesse Gelände die NUNAV App zur Navigation nutzen?

Die NUNAV Navigations-App sollte vor Fahrtbeginn heruntergeladen werden. Für die Navigation auf dem Gelände vom Einfahrtstor zum Ladeplatz sowie für die Navigation vom Ladeplatz zum Ausfahrtstor ist die App NUNAV Navigation zu nutzen, um den Fahrer auf dem schnellsten Weg zur korrekten Ladeposition zu leiten.

Wo kann ich die NUNAV App zur Navigation herunterladen?

Mit Ihrer Buchungsbestätigung erhalten Sie einen Link für die App NUNAV Navigation. Ein direkter Download ist zudem jederzeit möglich unter: nunav.to/koelnmesse

Detailfragen

Für wie viele Fahrzeuge ist die eSlot Buchung gültig?

Die eSlot Buchung ist pro Fahrzeug und Uhrzeit möglich. Das heißt zum Beispiel: Ein Lkw, der um 10:00 Uhr und um 16:00 Uhr laden muss, benötigt zwei Zeitfenster.

Wie lange kann ich mich auf dem Messegelände während meines gebuchten eSlots aufhalten?
Pkw und Sprinter (2,8 / 3,5 t)
Lkw (7,5 /12 t)
Lastzüge (40 t)
Maximale Aufenthaltsdauer
Pkw und Sprinter (2,8 / 3,5 t)
1 Stunde
Lkw (7,5 /12 t)
2 Stunde
Lastzüge (40 t)
3 Stunde
Können bei eSlot Buchung mehrere Ladestellen angegeben werden?

Ja. Klicken Sie unter der Angabe der Halle und Standnummer das „+“ und geben Sie weitere gewünschte Ladestellen an. Jedoch gilt: Immer nur eine Buchung pro Fahrzeug.

Kann die Buchung nachträglich geändert werden?

Ja. Fast alle Daten können nachträglich geändert werden. Zur Änderung der Daten wählen Sie im eSlot-Portal über „aktuelle Fahrten“ die gewünschte Fahrt aus und klicken dann auf „bearbeiten“.

Über den Button „neu einplanen“ kann außerdem das Zeitfenster verschoben werden.

Liegt der eSlot in der Aufbauphase einer Veranstaltung der Koelnmesse, so ist eine kostenlose Umbuchung auf einen anderen Zeitslot im Portal bis eine Woche vor dem Beginn der Aufbauphase der Veranstaltung möglich. Liegt der eSlot in der Abbauphase einer Veranstaltung der Koelnmesse, so ist eine kostenlose Umbuchung auf einen anderen Zeitslot auf dem Portal bis eine Woche vor dem Beginn dieser Abbauphase der Veranstaltung möglich. Voraussetzung ist jeweils, dass ein anderer eSlot verfügbar ist. Zudem muss die Fahrzeugart bei der Umbuchung beibehalten werden. Die Umbuchung muss über das Betätigen des Buttons „Neu einplanen“ erfolgen. Die Zeiten der Auf- bzw. Abbauphasen werden dem Kunden vor der Buchung des Zeitslots angezeigt.

Kann ein Kennzeichen in der Buchung geändert werden?

Sie können im eSlot-Portal jederzeit eine Änderung des Kennzeichens vornehmen.

Kann ein eSlot Zeitfenster wieder gelöscht bzw. storniert werden?

Eine Stornierung und damit Erstattung der Kosten ist nicht möglich. Die Buchung kann jedoch zeitlich verändert werden.

Werden die Fahrzeuge während des Aufenthaltes auf dem Messegelände bewacht?

Eine Bewachung, Überwachung, Verwahrung und die Gewährung von Versicherungsschutz sind nicht Gegenstand des Vertrages. Auch wenn auf dem Gelände der Koelnmesse Personal anwesend ist oder dieses mit optisch-elektronischen Einrichtungen beobachtet wird (Videoüberwachung), ist hiermit keine Obhuts- oder Haftungsübernahme verbunden, insbesondere nicht für Diebstahl oder Beschädigung.

Was passiert, wenn… / Problembehandlung

Was passiert, wenn vorab kein Zeitfenster gebucht wurde?

Der Fahrer muss vor Einfahrt auf das Messegelände zur Registrierungsstelle auf dem Parkplatz P22. Vor Ort ist mit Wartezeiten zu rechnen. Die Preise sind bis zu 30 Prozent höher als bei einer online Vorab-Buchung.

Was passiert, wenn ich mein Zeitfenster verpasse?

Wenn Sie die NUNAV App nutzen, wird Ihnen automatisch vom System das nächstmögliche Zeitfenster zugewiesen. Abhängig von den verfügbaren Zeitfenstern können Wartezeiten entstehen. Liegt das Zeitfenster in der Zukunft, routet NUNAV das Fahrzeug automatisch auf die Wartefläche am P22 und informiert den Fahrer, sobald die Einfahrt ins Messegelände möglich ist.

Fahrer, die ohne die NUNAV App anfahren, müssen auf jeden Fall zum Parkplatz P22 zum Logistikzentrum (Automat oder Counter), um ein neues Zeitfenster zu erhalten.

Es werden keine Zusatzkosten für eine Zuweisung einer neuen Zeit erhoben. Ein neuer Zeitslot kann allerdings nur bei Verfügbarkeit angeboten werden.

Was passiert, wenn ich früher anfahre als vorab gebucht?

Wenn Sie die NUNAV App nutzen, wird das System automatisch versuchen, Ihnen ein früheres Zeitfenster zuzuweisen. Sollte das nicht möglich sein, werden Sie auf den Parkplatz P22 geroutet.

Fahrer, die ohne die NUNAV App anfahren, müssen auf jeden Fall zum Parkplatz P22 und können versuchen, am Self Check-in (Automat oder Counter) ein neues Zeitfenster zu erhalten.

Was passiert bei Überschreitung der vorgegebenen maximalen Aufenthaltszeit

Überschreitet der Kunde die maximale Aufenthaltszeit, ist die Koelnmesse berechtigt, das Fahrzeug kostenpflichtig zulasten des Kunden/Halters abschleppen zu lassen (vgl. Haus- und Geländeordnung der Koelnmesse für das Kölner Messegelände). Das Fahrzeug muss gegen Begleichung der entstandenen Kosten ausgelöst werden.

Nach Ablauf des gebuchten eSlot Zeitfensters können Fahrzeuge kurzzeitig kostenfrei auf festgeschriebenen Parkflächen der Koelnmesse zwischengeparkt werden. Die Parkflächen müssen spätestens am letzten Aufbautag um 24:00 Uhr geräumt sein. Fahrzeugen unter 7,5 Tonnen steht hierfür der P21 zur Verfügung. Fahrzeugen über 7,5 Tonnen der P22.

Kunst- und Naturrasen im ökologischen Vergleich

06.07.2021

Wie grün ist Kunstrasen?

Kunstrasen vs. Naturrasen

Die Stadt Zürich will den Primärenergieverbrauch sowie die Treibhausgasemissionen pro Person reduzieren. Um die Umweltauswirkungen der verschiedenen Arten von Rasensportfeldern zu analysieren und zu vergleichen, beauftragte Grün Stadt Zürich die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften mit einer Ökobilanz-Studie. Wie schneiden unverfüllte Kunstrasen im Vergleich zu verfüllten Kunststoff- und Naturrasensportfeldern ab? Die Autoren René Itten und Matthias Stucki der Forschungsgruppe Ökobilanzierung an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ziehen eine Bilanz.

(K)ein Stück Natur?

Kunst- sowie Naturrasenportfelder sind genau definierte und konstruierte Bauwerke, und ihr sichtbarer Lebenszyklus beginnt mit dem Bau. Bei Kunst- und Naturrasen ist das aber schon fast die letzte Gemeinsamkeit. In einer umfassenden Ökobilanz haben Forscher der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Zusammenarbeit mit Grün Stadt Zürich und Experten für Sportplätze die Umweltauswirkungen von Naturrasen und Kunststoffrasen vom Bau der Rasensportfelder über die Pflege und Renovation bis zum Rückbau verglichen.

Unterschiedliche Umweltauswirkungen

Treibhausgasemissionen

Treibhausgasemissionen der verschiedenen Rasensportfelder pro Nutzungsstunde aufgeteilt in Beiträge aus Bau, Renovation, Betrieb und Entsorgung

Auch wenn Natur- und Kunstrasen dieselbe Funktion als Sportfläche erfüllen, könnten die beiden Produktsysteme nicht unterschiedlicher sein. Die für die Ökobilanz relevante Wertschöpfungskette des Kunstrasens beginnt bei der Förderung des Rohstoffs Erdöl, während die Wertschöpfungskette des Naturrasens mit der Herstellung von Rasensamen und Kunstdüngern startet. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Umweltauswirkungen der beiden Rasensportfeldarten. Beim Kunstrasen dominieren Herstellung, Renovation und Entsorgung, während die Umwelthotspots im Falle des Naturrasens beim Betrieb und Unterhalt liegen.

Es gibt aber nicht nur Unterschiede zwischen Kunst- und Naturrasen, sondern auch innerhalb dieser beiden Typen. Die zwei zentralen Varianten für Kunstrasen sind der mit Sand und Kunststoffgranulat verfüllte sowie der unverfüllte Kunststoffrasen. Die Varianten beim Naturrasen sind der Rasen mit Dränschicht zur Entwässerung und der bodennahe Naturrasen ohne Dränschicht.

Nutzungsstunden sind entscheidend

Die zentrale Größe beim Vergleich der Rasensportfelder sind die jährlichen Nutzungsstunden. Kunststoffrasen können im Vergleich zu Naturrasen auch bei Nässe oder im Winter genutzt und so wesentlich länger bespielt werden. Je intensiver ein Rasen genutzt wird, desto geringer sind die Umweltauswirkungen pro Nutzungsstunde. Eine Erhebung der effektiven Nutzungsstunden in der Stadt Zürich hat gezeigt, dass die Naturrasen in der Realität deutlich weniger genutzt werden als gemäß theoretischer Nutzungsstunden möglich wäre.

Klimabilanz pro Nutzungsstunde

Bei Ausnutzung der theoretisch möglichen Nutzungsdauer verursachen das unverfüllte Kunststoffrasensportfeld sowie der Naturrasen mit Dränschichtbauweise die tiefsten Treibhausgasemissionen mit 36 kg CO2-eq pro Nutzungsstunde.

Beim Vergleich der verschiedenen Rasentypen zeigt sich deutlich, wo die Unterschiede liegen. Der Betrieb verursacht 60 % beziehungsweise 45 % der Treibhausgasemissionen des bodennahen beziehungsweise drainierten Naturrasens. Für den verfüllten und unverfüllten Kunstrasen stammen nur 8 % beziehungsweise gut 1 % der Umweltauswirkungen aus dem Betrieb. Dafür verursacht die Renovation 45 % bis 48 % und die Entsorgung 20 % bis 23 % der Treibhausgasemissionen im Falle der Kunstrasen. Beim verfüllten Kunstrasen wird das Füllgranulat bei der Renovation komplett ausgetauscht und entsorgt.

Die Anzahl der jährlichen Nutzungsstunden variiert von 480 Stunden für den bodennahen Naturasen bis hin zu 1.600 Stunden für die beiden Kunstrasenvarianten. Da der unverfüllte Kunstrasen intensiver genutzt werden kann als Naturrasen, aber gleichzeitig deutlich weniger Treibhausgasemissionen bei der Renovation und im Unterhalt verursacht als der verfüllte Kunststoffrasen, ergeben sich für den unverfüllten Kunstrasen vergleichbare Werte bei den Treibhausgasemissionen wie für den Naturrasen mit Dränschichtbauweise.

Vergleich von weiteren Umweltauswirkungen

Der Vergleich der unterschiedlichen Rasensportfelder darf nicht nur auf Treibhausgasemissionen reduziert werden, denn beim erweiterten Vergleich unter Berücksichtigung von verschiedenen Umweltauswirkungen zeigen sich weitere deutliche Unterschiede zwischen den Rasensportfeldern.

Bei den Luftschadstoffen sowie bei der Überdüngung von Meeren und Böden sind die Umweltauswirkungen von Kunstrasen deutlich geringer im Vergleich zu Naturrasen. Die Luftschadstoffe und die Überdüngung werden hauptsächlich durch den Betrieb der Naturrasen verursacht. Genauer gesagt erzeugt die Verbrennung von Diesel beim Rasenmähen Luftschadstoffe, und die überdüngende Wirkung stammt aus dem Einsatz von Kunstdüngern.

Am deutlichsten sind die Unterschiede zwischen Natur- und Kunstrasen bei den ökotoxischen Emissionen. Durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Naturrasen gelangen diese in die Umwelt, was zu toxischen Effekten führt. Da beim Betrieb von Kunstrasen weder Kunstdünger noch Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden und der Dieselverbrauch für den Unterhalt der Kunstrasen ebenfalls deutlich niedriger ist, führt dies beim direkten Vergleich zu deutlich geringeren Auswirkungen als beim Naturrasen.

Problematisches Mikroplastik

Verfüllte Kunststoffrasen sind eine Quelle für Mikroplastik, der vom Spielfeld ausgetragen wird und so in die Umgebung des Kunststoffrasensportfeldes sowie ins Abwasser gelangt. Insbesondere Füllgranulat aus rezyklierten Autoreifen enthält umweltschädliche Substanzen in Form von Schwermetallen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. Verfüllte Kunstrasen sind daher aus Umweltsicht nicht zu empfehlen. Die Stadt Zürich hat bereits entschieden, keine verfüllten Kunstrasen mehr zu bauen.

Auslastungsoptimierung lautet die Devise

Das größte Verbesserungspotenzial zur Reduktion der Umweltauswirkungen von Rasensportfeldern in der Stadt Zürich liegt bei der Optimierung der Auslastung. Wenn Sportplätze intensiver genutzt werden, dann müssen weniger neue Flächen für zusätzliche Anlagen verbaut werden. Weitere Ansatzpunkte sind die Umstellung von Mähen auf Mulchen zur Reduktion des Düngerbedarfs sowie der Einsatz von elektrifizierten Mährobotern anstelle von dieselbetriebenen Rasenmähern.

Neben den Betreibern der Infrastruktur sind aber auch die einzelnen Sportlerinnen und Sportler gefordert, einen Beitrag zu einem nachhaltigen Sport mit tiefem ökologischem Fußabdruck zu leisten, indem sie beispielsweise umweltfreundliche Verkehrsmittel für die Anreise wählen.

Interesse geweckt?

Die komplette Studie ist in der Digital Collection der ZHAW verfügbar.

Zusätzlich ist ein Kennwertmodell verfügbar, welches erlaubt, über zentrale Kenngrößen wie die jährlichen Nutzungsstunden eine individuelle Ökobilanz für ein spezifisches Rasensportfeld zu erstellen.

Quelle: IAKS

Interview mit Prof. Dr. Robin Kähler

Prof. Dr. Robin Kähler, Vorstandsvorsitzender der IAKS Deutschland

Prof. Dr. Robin Kähler, Vorstandsvorsitzender der IAKS Deutschland

Herr Kähler, vom 26. bis 29. Oktober findet die diesjährige Fachmesse FSB in Köln statt. Auch die IAKS Deutschland ist vertreten. Was werden die großen Themen auf der FSB Messe sein?

In diesem Jahr haben wir eine Ausnahmesituation, die noch immer darin besteht, dass sich die Messebesucher*innen unter dem Eindruck der Corona-Pandemie erleben. Wir wissen noch nicht genau, ob die Erfahrungen im Sport- und Freizeitverhalten der Bürger*innen während der Pandemiezeit Auswirkungen auf das Sport- und Bewegungsverhalten der Menschen haben werden. Da gibt es momentan noch zu wenige Erkenntnisse, ob und was sich in den nächsten Jahren tatsächlich ändern wird. Es wird auf der FSB-Messe also vor allem darum gehen, einen Austausch zu schaffen und zu verstehen, wie die derzeitige Situation ist und welche Zukunft dem Sportstättenbereich bevorsteht.

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit auf der diesjährigen FSB?

Das große Thema Nachhaltigkeit betrifft hauptsächlich die westlichen Industrienationen, die einen hohen Energieverbrauch verzeichnen und deswegen unter ganz starkem politischen Druck, ihre Emissionen zu reduzieren und einen Beitrag zur Verbesserung des Klimas zu leisten, stehen. Das Thema wird die Sportinfrastruktur erheblich betreffen. Der internationale IAKS Kongress wird dieses Thema behandeln, aber auch bei den Innovationen im Sportstättenbau, die im Rahmen der Messe vorgestellt werden, dem Bäderbereich, beim Thema Recycling von Kunststoffen im Kunstrasenbereich usw. wird das Thema eine ganz wichtige Rolle einnehmen.

In Deutschland selbst gewinnt das Thema Nachhaltigkeit im Sportstättenbereich allerdings erst langsam an Bedeutung. Zwar wurden in den letzten Jahren auch Dank des DOSB und des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) sehr viele Initiativen gestartet, aber bei den Vereinen und bei den Kommunen hat es noch nicht diese tragende und die Entwicklung bestimmende Bedeutung. Das sieht man daran, dass immer noch die Sportstätten saniert werden, ohne dass klare Kriterien aufgestellt werden, wie die Baumaterialien aussehen sollen, wie ein nachhaltiger Betrieb strukturiert ist, wie sich das Klima auf die Außenanlagen auswirkt, wie das Thema der Versiegelung im Sport – insbesondere bei den normierten Sportstätten – zu sehen ist. Da gibt es noch sehr viel zu tun.

Wie wichtig sind Innovationen und ihre Verbreitung und Vorstellung etwa über Messen wie die FSB?

Wir sind wirklich sehr dankbar, dass sich die FSB als Messe anbietet und als Plattform für Unternehmen weltweit fungiert, auf der Ansätze und Konzepte im Bereich guter und nachhaltiger Sportstätten präsentiert werden. Es gibt bereits wirklich gute Innovationen. Ich nehme da nicht nur den Bereich der Kunststoffe etwa für Kunstrasenplätze in den Blick, sondern auch die zahlreichen Entwicklungen im Bäderbereich: Technologien, Digitalisierungslösungen und vieles mehr. Im Bereich der Architektur, der Baumaterialien, der energetischen Sanierungsmöglichkeiten, aber auch im Bereich der Überdachung beobachten wir viele Innovationen und die FSB Messe ist der ideale Anlass, um diese zu präsentieren, sich darüber auszutauschen und Inspiration und Visionen mitzunehmen, wie die Sportstätten sich zukünftig weiterentwickeln.

Allerdings muss ich an dieser Stelle anmerken, dass ich insbesondere von der Bundesregierung wesentlich mehr finanzielle Unterstützung für den Innovationsstandort Deutschland in diesem Bereich erwarte, weil Deutschland als Vorreiter einen hervorragenden Ruf in der Welt hat. Diesen wirtschaftlichen Vorteil müssen wir unbedingt verteidigen. Das bedeutet, dass wir die Innovationen, die Forschungen und Entwicklungen auch im Bereich der Sportstätten massiv vorantreiben müssen. Da erwarte ich mir wirklich mehr wirtschaftliche Unterstützung seitens der Bundesregierung.

Die IAKS Deutschland nutzt die FSB Messe, um den 1. Deutschen Sportstättentag anzustoßen. Was hat es damit auf sich?

Die IAKS Deutschland hat die Initiative ergriffen, erstmalig 2021 einen 1. Deutschen Sportstättentag einzurichten. Wir als IAKS Deutschland wollen uns politisch stärker positionieren, gemeinsam mit dem DOSB, dem BISp und den kommunalen Spitzenverbänden. Wir wollen gegenüber der Politik zeigen, wie wichtig die Sportstätten und Sporträume in Deutschland sind. Damit möchten wir erreichen, dass die mediale und politische Aufmerksamkeit auf die Sportstätten erhöht wird. Bis jetzt war das eher ein Randthema, aber es wird durch den enormen Sanierungsstau und die Weiterentwicklung und Innovationen in den genannten Bereichen sehr wichtig, dieses Thema in der nächsten Legislaturperiode der Bundesregierung aber auch in den Landesregierungen in den Fokus der Politik zu bringen. Das bedeutet zum Beispiel, dass sich die Sportstättenförderung stärker an den Bedarfen der Kommunen und den Bedürfnissen der Menschen ausrichten. Die Weiterentwicklung der Schulsportanlagen muss gemäß den Lehrplänen unterstützt werden, die Weiterentwicklung der Normen, der Förderrichtlinien der Länder und der Kommunen muss vorangetrieben werden. Es gibt auch einen Stau an Fragen und Problemen, die uns veranlassen, das Thema jetzt national aufzuhängen und auf mehr Sachkompetenz in den Regierungszentralen auf dieses Thema hinzuarbeiten.

Wir wollen damit auch erreichen, dass die Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik uns als Ansprechpartner in ihren zentralen Fragestellungen zur Weiterentwicklung der Sportstätten wahrnehmen und akzeptieren. Bei der Bundesregierung soll zukünftig, so ist unser Wunsch, ein ständiger wissenschaftlicher Sachverständigenrat eingerichtet werden, der damit beauftragt wird, der Bundesregierung alle zwei Jahre einen Sachstandsbericht über den Zustand der Sportstätten und Sporträume in Deutschland vorzulegen. Es fehlt ein aktuelles, neutrales, wissenschaftlich fundiertes Wissen im Bundesinnenministerium und in anderen Ministerien, das als Grundlage für ihre politischen Entscheidungen dient. Natürlich wollen wir die Landes- und Kommunalpolitik auch darin unterstützen, sich der Sachkenntnis der Institution „Sportstättentag“ zu bedienen und aktuelles Wissen und fundierte Erkenntnisse abzurufen.

Ich danke den Verantwortlichen der FSB Messe in Köln ausgesprochen, dass uns die Gelegenheit gegeben wird, die Bedeutung dieser Messe zu nutzen, um das Thema Sportstätten deutschlandweit auf der politischen Agenda zu positionieren.

Quelle: IAKS

Autor: Arne Weise, IAKS Deutschland

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Sporthalle des Schulzentrums in Gloggnitz, Österreich

17.05.2021

Sporthalle des Schulzentrums in Gloggnitz, Österreich

Foto: David Boureau

Bewegungsräume auf allen Ebenen

Schulzentrums in Gloggnitz, Österreich

Foto: David Boureau

Das Büro Dietmar Feichtinger Architectes setzt das ambitionierte, pädagogische Programm der neuen offenen und integrativen Schule dreidimensional um. Der Schwerpunkt der neuen Mittelschule liegt auf Sport. Die Sportbereiche bilden als großzügiges und auf allen Etagen einsehbares Volumen die räumliche und ideelle Mitte des quadratischen Grundrisses.

Gloggnitz ist eine Gemeinde mit 6.000 Einwohnern, die wie alle ländlichen Gemeinden mit einem sterbenden Ortskern zu kämpfen hat. Zur Stärkung des Standortes wurden die drei bisher separaten Schulen (Volkschule, Neue Mittelschule, Sonderpädagogisches Zentrum) in einem attraktiven, gemeinsamen Neubau gebündelt.

Sockel des Schulzentrums symbolisiert Offenheit

Sporthalle des Schulzentrums in Gloggnitz, Österreich

Foto: David Boureau

Tragendes Element

Drei Sportbereiche bilden als großzügiges 7,88 m hohes, einsehbares Volumen die räumliche und ideelle Mitte des quadratischen Grundrisses. Oberlichtkuppeln erhellen diesen offenen und zentralen Bereich mit natürlichem Licht. Er wird von einem filigranen, optimierten, dreidimensionalen Stahlfachwerk stützenfrei 30 m weit überspannt.

Die den unterschiedlichen Aktivitäten angepassten Räume – die allgemeine Sporthalle, der Gymnastiksaal, die Kletterwand – durchziehen vom Untergeschoss bis zur Dachterrasse alle Ebenen. Ihr Luftraum bildet das lichte Zentrum des Foyers: Gläserne Brüstungen und feine, gespannte Seilnetze als Absturzsicherungen sowie ein Ballwurfnetz erzeugen einen visuell durchgängigen offenen Raum. An zwei Seiten werden die Sportbereiche von Sitztribünen hinter gläsernen ­Brüstungen ­gefasst. Sie machen Turnhalle, Gymnastiksaal und Kletterwand zur Bühne.

Das Sockelgeschoss ist zur Gänze verglast und dadurch zwischen innen und außen durchlässig. Der Eingang liegt zentrumsnah im Nordwesten an einem großen öffentlichen Platz. Das auskragende erste Obergeschoss bildet ein weites Vordach aus, das dem Eingangsbereich eine witterungsgeschützte Vorzone schafft und einen förmlich nach innen zieht. Er bildet den Übergang vom öffentlichen Außenbereich zum Innenraum der Schule.

Gut zu wissen:

  • Standort: Gloggnitz, Österreich
  • Bauherr/Betreiber: Gemeinde Gloggnitz
  • Architekten: Dietmar Feichtinger Architectes, FR – 93100 Montreuil, www.feichtingerarchitectes.com
  • Autor: Isabella Marboe
  • Fotos: David Boureau und Hertha Hurnaus
  • Offizielle Eröffnung: August 2019
  • Baukosten: 20,54 Millionen EUR

Klare und übersichtliche Struktur

Sporthalle des Schulzentrums in Gloggnitz, Österreich

Foto: Hertha Hurnaus

Das Erdgeschoss ist der öffentliche Bereich: beim Eingang gibt es zwei Garderoben, rund um das lichte Raumvolumen für Sport und Bewegung sind ringförmig alle Sonderklassen und Spezialunterrichtsräume angeordnet. Sie sind für externe Nutzungen vom Foyer oder den Seiteneingängen unkompliziert zugänglich.

Alle Unterrichtsräume der drei Schultypen befinden sich auf einer gemeinsamen Ebene im ersten Stock. Ihr Zentrum bildet die hölzerne Dachterrasse mit den prismenförmigen Oberlichtlaternen auf dem Raumvolumen der Sportbereiche. Sie sorgen für eine differenzierte Gliederung dieses großen, gemeinsamen Freiraums für alle, der auch als „Freiluftklasse“ genutzt werden kann. Rund um diesen offenen Hof ist das Schulzentrum nach dem Clusterprinzip organisiert: zu öffnende Klassenräume gruppieren sich um einen sogenannten „Marktplatz“, der in die offene Erschließungszone übergeht. Der Unterricht kann so in einer offenen Raumsituation unter Einbeziehung mehrerer Klassen stattfinden. Alle Flächen werden so zum Schauplatz für gemeinsames, Schultypen übergreifendes Lernen und Zusammenleben.

Mit natürlichem Licht durchflutete Räume

Sporthalle des Schulzentrums in Gloggnitz, Österreich

Foto: David Boureau

Der zentrale Luftraum wird über in die Aufbauten der Terrasse integrierte Glaselemente belichtet. Alternierend wird das Licht zenital über die verglaste Deckung und die seitliche Verglasung erreicht. Die seitliche Verglasung ermöglicht eine Sichtbeziehung zwischen der Terrasse im 1. Obergeschoss und den Sporträumen im 1. Untergeschoss.


Lüftungskonzept
Die Unterrichtsräume werden vorwiegend über automatisch geregelte Fensterflügel mit natürlicher Frischluft während des Unterrichtes versorgt. Die Regelung erfolgt über ständig ermittelte CO2-Werte in den Klassenräumen und garantiert dadurch eine effiziente, energetisch sparsame, natürliche Lüftung.

In den Pausen und über Nacht wird eine Stoßlüftung für den schnellen Luftwechsel durchgeführt. Pro Klasse sind drei Lüftungsflügel in der Fassade integriert. Die Absaugung erfolgt in den Geräteräumen der Sporthallen. Über schallgedämmte Überströmelemente in den Klassenwänden und den ständig offenen Treppenhäusern wird der Lüftungsweg sichergestellt.

Impressionen (Fotos: David Boureau und Hertha Hurnaus)

Quelle: IAKS

Multisportkomplex La Fontaine in Antony, Frankreich

20.04.2021

Goldnugget - Multisportkomplex La Fontaine in Antony, Frankreich

Ein Zentrum, um sich zu treffen und Sport zu treiben: Der von archi5 in Zusammenarbeit mit Tecnova Architecture geplante Multisportkomplex besteht aus zwei separaten Teilen – einer für die Sekundarschule, der andere für Sportvereine und sonstige Organisationen der Stadt. Die Herausforderung bestand darin, die beiden Anlagenteile integrativ zusammenzuführen, da sie einige Flächen wie Kletterwand, Kampfsportraum, Boxhalle, Mehrzweckhalle und ­Büroräume zwar gemeinsam nutzen, jedoch unabhängig voneinander arbeiten.

Die Kommune hatte ein neues urbanes Konzept für dieses Quartier gewünscht, das einerseits von einer gemischten Bebauung mit Wohnblocks und andererseits von einem Park mit wertvoller Bepflanzung geprägt ist. Leitmotiv der neuen Anlage, die für die breite Öffentlichkeit konzipiert wurde, ist die Natur. Dieses Thema spiegelt sich in Form und Funktion aller Gebäudeaspekte und Ebenen wider.

Das Gebäude nimmt die Sprache der Umgebung auf und ergänzt die urbane Entwicklung um neue Impulse. Es hat sich zu einer attraktiven, auf die Dimensionen des Stadtviertels zugeschnittenen Landmarke für die Anwohner entwickelt.

Die geheimnisvolle Aura der Anlage soll Neugier und Entdeckergeist wecken. Mit seiner mineralischen Form liegt das Gebäude als großer ­facettenreicher Monolith gleich einem geheimnisvollen Edelstein in der Landschaft und sorgt für Kontrast und Harmonie zugleich. Der attraktive, von Grünflächen eingerahmte Baukörper wirkt wie ein Goldnugget. Das Dach dient als fünfte Fassadenfläche.

Starke Verbindung zur Natur

Goldnugget - Multisportkomplex La Fontaine in Antony, Frankreich

Im Zentrum wurde ein zum Fluss Bièvre geöffneter begrünter Weg angelegt, der die beiden Teile des Sportzentrums klar voneinander trennt und für Tageslichteinfall in Sporthallen und Verkehrsflächen sorgt. Der Weg gleicht einem Canyon, lädt dazu ein, das Geheimnis dieses Edelsteins zu lüften und betont die subtile Durchlässigkeit von Innen- und Außenraum. Er bildet den Schlüssel zu einer eingehenderen Beschäftigung mit dem Gebäude, das bei näherer Betrachtung seine Transparenz offenbart.

Die Analogie zur Natur ist mehr als rein formal. Sie ist vielmehr tief in der Gebäudestruktur dank Verwendung edler natürlicher Materialien verankert, die im Zeitverlauf nur schöner werden. Die Außenhaut besteht aus einer Kupfer-Aluminium-Zinn-Legierung. Dieses Material rostet nicht, behält seinen bronzenen Farbton und wird über die Jahre matter.

Der Komplex prägt die Landschaft, aus der er sich als urbane Referenz erhebt. Er kontrastiert mit der Nachbarbebauung und ist in eine grüne Umgebung integriert. Die Natur kommt hier nicht durch Bepflanzung zum Ausdruck: Auf Pflanzen, die nicht zur Dimension passten oder im grünen Umfeld der Anlage sinnlos gewesen wären, wurde verzichtet. Der ungewöhnliche Charakter dieser Landmarke stiftet Identität.

Gut zu wissen

  • Standort: Antony, Frankreich
  • Bauherr/Betreiber: Stadt Antony
  • Architekten:
    archi5
    FR – 93100 Montreuil
    www.archi5.fr

    Tecnova Architecture
    FR – 75005 Paris
    www.tecnova-architecture.fr
  • Autor: archi5 & Tecnova Architecture
  • Fotos: Sergio Grazia
  • Offizielle Eröffnung: 2018
  • Baukosten: 14,3 Millionen EUR

Außen zu innen

Goldnugget - Multisportkomplex La Fontaine in Antony, Frankreich

Das Sportzentrum zeichnet sich durch das Spiel mit Transparenz und visuellen Öffnungen aus. Die Natur ist stets präsent, die Grenzen zwischen Innen- und Außenraum verschwimmen. Die Öffnungen sind umrahmt und betonen besondere Elemente innen und außen. Ihre Ausrichtung wurde entsprechend der sportlichen Aktivität geplant.

Die Wände sind innen mit Holz verkleidet, die Trapezblech­Deckenunterseiten schränken das Volumen der Facetten des Goldnuggets nicht ein. Natürliche Belichtung, großzügige Volumen und unbearbeitete Materialien erzeugen eine Atmosphäre, die die zum Erlernen von Sportarten notwendige Ruhe ausstrahlt. Für Zuschauer wurde im Gebäudevolumen mit doppelter Raumhöhe als partielles Zwischengeschoss ein Balkon eingerichtet, der Einblicke in die Sporthallen gewährt.

Quelle: IAKS

Sportvereine und ihre Vereinskultur sind „Immaterielles Kulturerbe“ der UNESCO

15.04.2021

Basketballspiel

Der Kontrast könnte kaum größer sein: während der pandemiebedingte Lockdown die Sportvereine weiter daran hindert, Bewegung und Gesundheit mit ihren 27,8 Millionen Mitgliedern umzusetzen, kommen sehr positive Nachrichten von der Deutschen UNESCO-Kommission. Die „Gemeinwohlorientierte Sportvereinskultur” wurde in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Damit wird die großartige gesellschaftliche Leistung unserer rund 90.000 Sportvereine auf eine wertvolle Art und Weise gewürdigt. Dies ist in diesen schwierigen Zeiten ein Mutmacher, der uns alle im Sport anspornt, alles dafür zu tun, diese „ausgezeichnete Kultur“ auch in Zeiten der Pandemie sowie darüber hinaus in all seiner Vielfalt zu erhalten.

„Die Deutsche UNESCO-Kommission besiegelt damit die weltweite Alleinstellung der 90.000 Vereine unter dem Dach von SPORTDEUTSCHLAND. Das stellt zugleich eine ganz besondere Würdigung des Engagements von ca. 8 Millionen Ehrenamtlichen im Sport dar. Hoffen wir darauf, dass dieses System nun alsbald wieder aktiv werden und seine besonderen gesellschaftlichen Leistungen nachhaltig unter Beweis stellen kann“ begrüßte DOSB-Präsident Alfons Hörmann die Entscheidung der Kommission.

Mit der Auszeichnung als „Immaterielles Kulturerbe“ wird auch die Arbeit der Millionen von ehrenamtlichen Menschen gewürdigt, die tagtäglich mit ihrem Engagement dazu beitragen, dass die Sportvereine sich seit inzwischen mehr als 200 Jahren kontinuierlich weiter entwickeln und allen gesellschaftlichen Umbrüchen, Kriegen, Veränderungen und Pandemien getrotzt und diese mit viel Kreativität und Innovationskraft überwunden haben. Um diese Einsatzbereitschaft sichtbar werden zu lassen und angemessen auszuzeichnen, hatte der DOSB die Bewerbung im Jahr 2017 auf den Weg gebracht.

„Wir sind stolz und glücklich, dass die Kommission unseren Argumenten gefolgt ist. Sie hat die Gemeinwohlorientierung unserer Strukturen herausgehoben und explizit darauf hingewiesen, dass die Sportvereine wichtige gesellschaftliche Werte vermitteln“, freut sich DOSB-Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker. „Die Sportvereine prägen das gesellschaftliche Leben in Deutschland auf wertvollste Weise und bieten vielfältige Möglichkeiten ehrenamtlicher und zivilgesellschaftlicher Teilhabe.“

Hingewiesen wurde in dem positiven Bescheid der Kommission u.a. auch auf den integrativen Charakter der Sportvereine, der auf dem generationenübergreifenden Angebot, dem bürgerschaftlichen Engagement, lokalen Identifikationsmöglichkeiten und sozialen Interaktionen beruhe. Das Komitee hob aber auch hervor, dass in der Bewerbung kritische Faktoren wie Leistungsdruck und Doping offen thematisiert und diese entkräftet wurden. Eine Auszeichnungsveranstaltung soll entsprechend der gesundheitspolitischen Lage Mitte bis Ende 2021 stattfinden.

Weitere Informationen:

Bundesweites Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe | Deutsche UNESCO-Kommission

Quelle: DOSB Website

Der Weg aus der Pandemie: Herausforderungen und Chancen für die Sport- und Freizeitbranche

15.04.2021

Dieses Webinar erörtert die Herausforderungen, denen sich der Sport- und Freizeitsektor nach der Pandemie stellen muss, sowie die neuen Möglichkeiten, die sich ihm bieten, um an der nationalen Erholung mitzuwirken. Schlüsselfiguren aus dem öffentlichen und privaten Sektor untersuchen, wie diese Erholung aussehen könnte und wie der Sektor dazu beitragen kann, eine neue Agenda zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit zu gestalten.

Ergebnisse "IAKS Wirtschaftsbarometer Sportstätten"

03.12.2020

Ergebisse "IAKS Wirtschaftsbarometer Sprtstätten"

Vor dem Hintergrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie ist die Betrachtung der wirtschaftlichen Situation der Planer von Sport- und Freizeiteinrichtungen von großer Relevanz. Das „IAKS Wirtschaftsbarometer Sportstättenbau“ zeigt anhand einer Befragung unter Branchenvertretern, dass die aktuelle Lage der Planer insgesamt zwar noch gut aussieht, jedoch ein merklicher Rückgang der Auftragslage erwartet wird. Die Förderprogramme „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ und „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ werden insgesamt positiv bewertet. Eine größere Bekanntmachung der Förderprogramme unter Planern, zu kurze Fristen und eine als kompliziert wahrgenommene Abwicklung bergen jedoch noch Optimierungspotenzial.

Ergebnisse des 2. „IAKS Wirtschaftsbarometer Sportstättenbau“

1. Ergebnisse

Die IAKS Deutschland hat in einer Umfrage Daten zur aktuellen wirtschaftlichen Situation der Planer von Sport- und Freizeitanlagen erhoben. 1663 Unternehmen wurden kontaktiert. Der Fragebogen wurde mit 163 Klicks aufgerufen. Von 71 Teilnehmern, die die Beantwortung der Fragen begonnen haben, beantworteten 53 Unternehmen die Befragung vollständig. Die Befragung fand zwischen dem 23.09.2020 und dem 22.10.2020 statt. Der Link zum Online Fragebogen wurde per E-Mail an relevante Unternehmen aus der Baubranche für Sport- und Freizeitanlagen geschickt.
Durchschnittlich sind 34 Mitarbeiter bei den teilnehmenden Unternehmen beschäftigt. 55% der Stichprobe sind hauptsächlich im Bau von Freianlagen (Sportanlagen und öffentlichen Bewegungsräume), 32% im Bau von Turnhallen und Stadien (Hochbau), und 6% im Bau von Schwimmbädern und Freibädern tätig. Dabei gaben 91% an, dass sie überwiegend für öffentliche Auftraggeber tätig sind. Nur 9% nannten gewerbliche oder private als Auftraggeber für ihre Tätigkeit.
26% der Unternehmen gaben einen Jahresumsatz in 2019 von weniger als 0,5€ Mio. an, 32% lagen zwischen 0,5€ Mio. und 1€ Mio. 28% gaben einen Jahresumsatz 2019 zwischen 1€ Mio. und 2,5€ Mio. an und 8% der befragten Unternehmen lagen bei einem Vorjahresumsatz zwischen 2,5€ Mio. und 5€ Mio. Lediglich 6% erwirtschafteten einen Jahresumsatz von mehr als 5€ Mio. in 2019.
95% der befragten Unternehmen bewerteten ihre wirtschaftliche Situation vor der Corona Pandemie mit „sehr gut“ oder „gut“. 5% beurteilten dies mit „durchschnittlich“.
19% der Unternehmen gaben zum Befragungszeitpunkt an, dass sie seit Beginn der Corona Pandemie bereits Kurzarbeit anmelden mussten. Dies betraf durchschnittlich 27,50% der Belegschaft der betroffenen Unternehmen.
Im Befragungszeitraum gaben 38% der befragten Unternehmen an, keinen Rückgang der Auftragslage seit Beginn der Corona Pandemie zu verzeichnen. 32% verzeichneten einen Rückgang der Aufträge von weniger als 10%. Weitere 21% gaben an, dass sie einen Auftragsrückgang von 10-25% verzeichnen. 7% der befragten Unternehmen gaben sogar einen Rückgang von 26-50% an. Lediglich 2% verzeichnen derzeit einen Auftragsrückgang von mehr als 50%.

Im Hinblick auf die zukünftige Auftragssituation ergibt sich ein anderes Bild. So gehen 4% davon aus, dass die Aufträge um mehr als 50% zurückgehen werden. 9% der Unternehmen rechnen mit einem Auftragsrückgang von 26-50%. Weitere 34% gehen von einem Rückgang der Aufträge zwischen 10 und 25% aus. 30% der befragten Unternehmen erwarten einen Rückgang von weniger als 10% und 23% erwarten keinen Rückgang der Aufträge.

Das Förderprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" ist nur 49% der befragten Unternehmen bekannt. 59% der Unternehmen, die das Programm kennen bearbeiten auch Projekte, die eingereicht wurden oder werden. 77% der Unternehmen bewerteten das Förderprogramm als „sehr gut“ oder „gut“. 65% der Befragten stimmten folgender Aussage gar nicht oder weniger zu: „Die Fristen zur Einreichung für Projektanträge können erfüllt werden“ Die Aussage: „Die Höhe der beschlossenen Fördermittel ist angemessen“ wurde ausgeglichen bewertet. 30% gaben an, dass sie neutral sind, 30% stimmten etwas zu, 30% stimmten weniger zu und 10% stimmten gar nicht zu. Ähnlich verhält es sich bei der Zustimmung zur Aussage: „Die Antragsstellung ist unkompliziert.“ 35% stimmen der Aussage weniger oder gar nicht zu, 25% stimmen etwas oder voll und ganz zu und 40% sind neutral eingestellt.

Das Förderprogramm "Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten" ist nur 38% der Befragten bekannt. 70% der Unternehmen, denen das Programm bekannt ist, bearbeiten auch Projekte, die eingereicht wurden oder werden. Insgesamt beurteilen 60% der befragten Unternehmen das Programm als sehr gut oder gut. Nur 5% bewerten es als schlecht. 35% bewerten es als mittelmäßig.

Die Aussage: „Die Höhe der beschlossenen Fördermittel ist angemessen“ wurde ausgeglichen bewertet. 30% gaben an, dass sie neutral sind, 30% stimmten etwas zu, 30% stimmten weniger zu und 10% stimmten gar nicht zu.
60% der Befragten stimmten folgender Aussage gar nicht oder weniger zu: „Die Fristen zur Einreichung für Projektanträge können erfüllt werden“.
Die Aussage: „Die Höhe der beschlossenen Fördermittel ist angemessen“ wurde ausgeglichen bewertet. 30% gaben an, dass sie neutral sind, 30% stimmten etwas zu, 30% stimmten weniger zu und 10% stimmten gar nicht zu. Ähnlich verhält es sich bei der Zustimmung zur Aussage: „Die Antragsstellung ist unkompliziert.“ 35% stimmen der Aussage weniger oder gar nicht zu, 25% stimmen etwas oder voll und ganz zu und 40% sind neutral eingestellt.

Folgende Forderungen an die Bundespolitik wurden bei offener Nennung gestellt:

  • Durchführungsvereinfachung, Reduzierung der Auflagen, bzw. deren Komplexität.
  • Abbau bürokratischer Hürden, schnellere Entscheidungen.
  • Förderprogramme langfristig laufen lassen über 2021 hinaus
  • Förderung von Schulsportstätten
  • Vereinfachung Vergabeverfahren

Folgende Forderungen an die Kommunen wurden bei offener Nennung gestellt:

  • Personalmangel entgegenwirken
  • Effizientere Bearbeitung von Anträgen, Beschleunigung der Prozesse
  • Keine Budgetkürzungen
  • Förderprogramme langfristig aufrechterhalten

Folgende Forderungen an die IAKS Deutschland wurden bei offener Nennung gestellt:

  • Fördermittelkompass für alle Bundesländer (auch regionale Förderprogramme mit aufnehmen)
  • Kooperationen mit anderen Institutionen eingehen
  • Mehr Informationen im technischen Bereich
  • Bedarfsanalysen für Schwimmbäder-Hinweise / Anleitungen für Fördermittelbeantragung an Planer und Kommunen

2. Bewertung

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Planer von Sportstätten einen erheblichen Rückgang der Auftragslage erwarten. Hauptgründe dafür sind die erwarteten Mindereinnahmen der Kommunen aus den Gewerbesteuer. Auch wenn die jetzige Lage der Planer noch gut aussieht und in der aktuellen Situation noch nicht bei allen betroffenen Unternehmen ein starker Rückgang zu erkennen ist, rechnet die Mehrheit der Planer mit weitreichenden wirtschaftlichen Folgen in der Folgezeit. Laut Steuerschätzung werden die Kommunen von 2020 bis 2024 mit 46€ Mrd. Mindereinnahmen zu kämpfen haben (Bundesministerium der Finanzen, 2020).
Geht man von einer gesamtwirtschaftlichen Bedeutung des Sportstättenbaus und -betriebs von 24,5€ Mrd. aus, so wird mit erheblichen wirtschaftlichen Einbußen zu rechnen sein (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 2018). Das bisherige jährliche Volumen von Bauinvestitionen von ca. 7€ Mrd. im Bereich Sportstätten wird demnach deutlich zurückgehen. Die Arbeitsplätze von ca. 100.000 Erwerbstätigen im sportbezogenen Bausektor sind dadurch in Gefahr.
Dem Sanierungsstau von staatlichen Sportanlagen in Höhe von 21€ Mrd. sollte aber gerade jetzt entgegengewirkt werden, um gute Sportstätten zu sanieren und in diese zu investieren (DOSB, Dt. Städtetag, Dt. Städte- und Gemeindebund, 2018). Nur wenn es geeignete und attraktive Bewegungsräume gibt, werden mehr Menschen Sport treiben und ihre Gesundheit fördern.

Die beschlossenen Fördermittel wurden insgesamt positiv bewertet. Die Fristen sind allerdings überwiegend zu kurzfristig gesetzt und es können viele Projekte nicht rechtzeitig eingereicht werden. Die Förderprogramme sollten ohne Fristen über 2021 hinaus laufen. Auch die Abwicklung wird als kompliziert wahrgenommen. Durch den hohen Bürokratieaufwand und das geringe Personalaufgebot der Kommunen können die von den Kommunen bearbeiteten Anträge nicht zeitnah bearbeitet werden. Hier braucht es Vereinfachung und eine Beschleunigung der Prozesse auf öffentlicher Seite.

Ergebisse der Befragung

Die Ergebnisse der Befragung von Branchenvertretern können Sie sich hier als PDF-Datei herunterladen.

Download der Umfrageergebnisse (.pdf)

Quelle: IAKS

Anpassung von Veranstaltungsstätten

02.11.2020

Ein globaler Ansatz für eine Covid-sichere Anlagenplanung

Anpassung von Veranstaltungsstätten: Ein globaler Ansatz für eine Covid-sichere Anlagenplanung

Die globalen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sind eine der größten Herausforderungen, die die Gesellschaft je erlebt hat. Während sich die Menschen weltweit mit den gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Virus arrangieren, treffen zahlreiche Unternehmen im Sport- und Unterhaltungssektor neuartige Maßnahmen, um ihre Veranstaltungsstätten COVID-sicher zu gestalten und die Fans wieder begrüßen zu können. Dieser Artikel basiert auf unserer weltweiten Erfahrung und unseren Rundtischgesprächen mit Aufsichtsbehörden, Regierungsvertretern, Eigentümern und Betreibern. Er umreißt die pandemiebezogenen Schlüsselbereiche und -strategien unserer Branche und versucht, das Bild einer COVID-sicheren Zukunft für Sportstätten weltweit zu zeichnen.

Flexible Szenarienplanung

Bereits zu Beginn der Pandemie, die in einigen Regionen bereits Ende 2019 ihren Anfang nahm, war sofort klar, dass die Wiedereröffnung der Veranstaltungsstätten eine umfassende Einbindung aller beteiligten Akteure erfordern würde. Bevor die spezifischen Anforderungen der einzelnen Anlage Berücksichtigung finden, müssen folgende Vorgaben beachtet werden:

  • Empfehlungen nationaler und internationaler Gesundheitsbehörden,
  • Richtlinien lokaler und nationaler Regierungen,
  • zukünftige Risiken, wenn auch unbekannt.

Fast alle Ligen und Verbände oder Veranstaltungen weltweit haben vor dem Hintergrund der weltweiten Pandemie Strategien zur Gewährleistung der Sicherheit von Fans und Zuschauern entwickelt. Da sich das Virus jedoch von Stadt zu Stadt und von Kontinent zu Kontinent mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten rund um den Globus ausbreitet, ist der jeweilige Ansatz standort- und zeitpunktabhängig.

„Die unmittelbare Risikoanalyse ist sehr wichtig“, erklärt Sherri Privitera, Populous Senior Principal und Mitglied des Regionalvorstands Amerika. „Einige Ligen lassen geringe Besucherzahlen zu, andere haben die komplette Saison abgesagt. Als Planer können wir die für diese großen Entscheidungen Verantwortlichen darin unterstützen, ihre jeweilige Situation vor dem Hintergrund der aktuell in ihrem Land geltenden Gesundheits- und Rechtsvorschriften zu betrachten.“

Doch die Lage ist nicht nur von Stadt zu Stadt unterschiedlich, sie kann sich auch an einem Standort sehr schnell ändern, so Populous Senior Principal und EMEA Sector Lead Mark Craine. „Die Regierung im Vereinigten Königreich trifft datenbasiert nationale und regionale Entscheidungen, doch die Datenbasis verändert sich täglich aufs Neue. Dies bedeutet, dass man im Vorfeld alles auf ein Szenario vorbereiten kann, eine plötzliche Veränderung dann jedoch kurzfristig die komplette Überarbeitung des Konzepts erforderlich machen kann. Mehrere Optionen und eine moderne Szenarienplanung sowie die Entwicklung zeitsparender Strategien und Instrumente sind der Schlüssel zur Durchführung von Veranstaltungen in diesem neuen, sich ständig verändernden Umfeld.“

Gesundheit und Sicherheit

Eingangsmanagement in Veranstaltungsstätten

Populous, UK – SW15 2NU London

Sicherheit ist seit jeher eines der Schlüsselkonzepte für Stadien weltweit. Heute jedoch ist ein sicheres und COVID-freies Umfeld ein Muss für jede Veranstaltungsstätte – unabhängig von ihrer Größe oder Ausrichtung. Stadien sind unglaublich taktile Orte. Der Einsatz von Materialien, die die Überlebensfähigkeit des Virus auf Oberflächen minimieren, wird für alle zukünftigen Planungen von entscheidender Bedeutung sein. Hinzu kommen verbesserte Reinigungs- und Instandhaltungsprogramme und ihre Umsetzung vor, während und nach der Veranstaltung.

Bei der Ankunft werden sich wahrscheinlich alle Besucher diversen Gesundheitschecks unterziehen müssen. Von mit dem digitalen Ticket verbundenen „Gesundheitspässen“ bis hin zur digitalen Temperaturmessung werden die Eingänge der Veranstaltungsstätten für die Umsetzung der internen Verfahren und Prozesse zum Schutz vor einer Ausbreitung des Virus von entscheidender Bedeutung sein. „Die Eingänge werden für jede Veranstaltungsstätte ein ganz wichtiger Bereich sein“, erklärt Chris Paterson, Populous Senior Principal in der Region APAC. „Die physische Sicherheit steht in Stadien weltweit schon seit langem im Fokus, und es wurde sehr viel in die sichere und zugleich einladende Gestaltung investiert. Unabhängig von der eigentlichen Stadionkapazität ist das temporäre Overlay dieser Anlagen für die Erfüllung der neuen pandemiebedingten Anforderungen zum Schutz aller Besucher wesentlich.“

Einlass

Einlasskontrolle zu Veranstaltungsstätten

Populous, UK – SW15 2NU London

Physische und organisatorische Flexibilität werden in der Welt nach der Pandemie von zentraler Bedeutung sein. Die neue Normalität beginnt bereits, bevor sich der Fan oder Zuschauer auf den Weg macht. Beschränkungen im öffentlichen Personenverkehr oder im Straßenverkehr können jeden Einzelnen betreffen und müssen im Vorfeld der Veranstaltung mit den zuständigen Behörden abgeklärt werden. Bei den meisten Stadien weltweit kommt ein multimodales Verkehrskonzept zum Einsatz mit unterschiedlichen Optionen, von Privatfahrzeugen bis hin zu Zügen und Bussen, für die Anreise der Fans zum Veranstaltungsort.

Dank des technologischen Fortschritts im letzten Jahrzehnt kann das Verkehrskonzept heute relativ problemlos an die Rückkehr der Fans in die Stadien angepasst werden, oft mit geringerer Kapazität und strengen Gesundheits- und Sicherheitskonzepten. Digitale Leitsysteme, ticketloser Einlass und bargeldlose Bezahlsysteme sind einige der Elemente für die Wiederaufnahme des Stadionbetriebs mit begrenzten Zuschauerzahlen unter Erfüllung des Bedarfs der Fans bei gleichzeitiger Einhaltung der Abstandsregeln und Begrenzung der physischen Berührungspunkte während des Aufenthalts.

Oberste Priorität für alle Veranstaltungsstätten muss es sein, die Besucherströme in Bewegung zu halten und Warteschlangen zu vermeiden. Hierzu können die folgenden Techniken zum Einsatz kommen:

  • Gezielte Temperaturmessung am Einlass zur Vermeidung von Warteschlangen an den Eingängen,
  • Offenhalten aller WCs und Waschräume, um Schlangenbildung zu vermeiden,
  • Click & Collect-Optionen oder Lieferung von Speisen und Getränken an den Sitzplatz.

Wiedereröffnung und Anpassung

Bei der Zukunftsplanung zeichnet sich für alle Veranstaltungsstätten weltweit ein gemeinsamer Trend ab: der Bedarf an individuellen Lösungen. Allgemeine Ansätze müssen in einzelfallspezifische Lösungen umgesetzt werden – mit integriertem Notfallplan. Al Baxter, Populous Principal in der Region APAC, erklärt, dass jeder Betreiber und jede Veranstaltungsstätte mehrere mögliche Lösungsoptionen benötigen. „Wir haben in mehreren Hundert Besprechungen mit unseren Ansprechpartnern, die sich auf die Wiedereröffnung in dieser ‚neuen Normalität‘ vorbereiten, extrem viele individuelle Anforderungen ermittelt“, so Baxter. „Auch wenn sich viele dieser Anforderungen in Gruppen zusammenfassen lassen, ist die Planungslösung alles andere als homogen.“

Und die Lage kann sich schnell ändern. Ein sorgfältig durchdachter Plan, der am Freitag für gut befunden wurde, kann am Spieltag Sonntag bereits komplett überholt sein, wenn sich die lokalen Umstände oder nationalen Vorgaben ändern. „Wir wussten schon immer um die Resilienz unserer Branche“, so Scott Capstack, Principal in der Region Amerika. „Wir haben aus erster Hand einige unglaublich kluge und strategische Ansätze gesehen, um die Sicherheit von Fans und Zuschauern von der Ankunft bis zur Abfahrt zu gewährleisten.“

Veranstaltungsstätte in der Veranstaltungsstätte

Sitzplatzbelegung im Stadion während der Corona Pandemie

Populous, UK – SW15 2NU London

Je länger die Pandemie alle Bereiche der Welt des Sports beeinträchtigt, desto klarer wird, dass die Betreiber von Sportstätten flexible Kapazitäten und Strategien vorhalten müssen, um die Besucherströme innerhalb und außerhalb ihrer Anlagen zu lenken.

Stadien sind für Menschen gemacht – ob 5.000 oder 100.000. Der Stadionbesuch und die unmittelbare Nähe zu Tausenden anderer Fans sind eine besondere Erfahrung, die vielleicht nur in der Sport- und Unterhaltungsbranche möglich ist. Was zählt, ist die Atmosphäre. Doch wie kann man dieses Erlebnis replizieren, wenn die Kapazität nur zu 30 %, 20 % oder sogar noch weniger ausgelastet ist? Ziel des Ansatzes der „Veranstaltungsstätte in der Veranstaltungsstätte“ ist die Umsetzung der nationalen Vorgaben und der Richtlinien für die Kontaktverfolgung in einer Weise, die ein atmosphärisches Stadionerlebnis bei gleichzeitiger Begrenzung des Kontakts zwischen den Fans vor, während und nach dem Spiel ermöglicht. Die Umsetzung dieses Konzepts muss anlagenspezifisch erfolgen. Allerdings konnten wir bereits feststellen, dass es viele Anlagen gibt, in denen alle Einzelhandels-, Gastronomie- und Hospitality-Bereiche mithilfe strategischer digitaler Leitsysteme und temporärer Barrieren auf kleine Personengruppen begrenzt werden können.

Fazit

Sicherheits- und Gesundheitskonzepte zum Besuch von Veranstaltungsstätten während der Corona Pandemie

Populous, UK – SW15 2NU London

Sämtliche Studien zeigen, dass ein hohes Bedürfnis besteht, Sport wieder live zu erleben. Die Behörden lassen jedoch mit Blick auf die öffentliche Gesundheit verständlicherweise große Vorsicht walten bezüglich der Sicherheit der in Stadien zusammentreffenden Menschen. Wir hoffen, dass das Feedback und die Analyse von Testveranstaltungen weltweit Vertrauen darin aufbauen kann, dass die Fans sicher und kontrolliert in die Stadien zurückkehren können, wenn geeignete Protokolle und Verfahren umgesetzt werden, mit denen sich Spieler, Offizielle und Zuschauer sicher fühlen.

Eine zentrale Fragestellung wird sein, ob die in Antwort auf die Pandemie erforderlichen Veränderungen nur temporärer Natur sind oder ob sie einen grundsätzlichen Wandel für die Planung und den Betrieb von Stadien bewirken werden. Natürlich wird es noch viele weitere Veränderungen geben, bevor das Ende dieser Pandemie erreicht ist. Spannend ist die Frage, ob sich nach der Pandemie, wenn die Zuschauer ohne Einschränkungen zurückkehren können, ein völlig anderes Stadionerlebnis etabliert haben wird.

Quelle: Populous, UK – SW15 2NU London / IAKS sb 5/2020
Populous Website

Zusätzliche 150 Millionen Euro für Sportstätten im Konjunkturpaket

17.06.2020

Der Koalitionsausschuss der deutschen Bundesregierung hat sich am 3. Juni 2020 nach langen Sitzungen auf Eckpunkte eines Konjunkturpakets geeinigt.

Der Koalitionsausschuss der deutschen Bundesregierung hat sich am 3. Juni 2020 nach langen Sitzungen auf Eckpunkte eines Konjunkturpakets geeinigt. Unter dem Titel "Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken" präsentierte die Koalition Maßnahmen und finanzielle Förderungen in einem Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket.

Unter dem Passus "Länder und Kommunen stärken" werden auch Förderungen für den Bau von Sportstätten in Aussicht gestellt. Für die Jahre 2020 und 2021 stehen zusätzliche 150 Millionen Euro zur Verfügung. Dazu werden die Gelder für Sportstätten von 110 Millionen Euro auf 260 Millionen Euro aufgestockt.

Das gesamte Konjunkturpaket (.pdf) können Sie hier einsehen.

Quelle: IAKS

Richter Spielgeräte - weltweit spielen in Einkaufszentren

27.09.2019

Richter Spielgeräte GmbH- weltweit spielen in Einkaufszentren

Immer öfter werden große Einkaufszentren mit spannenden Indoor- und Outdoor-Spielplätzen ausgestattet. Das macht durchaus Sinn, denn meist langweilen sich die Kinder schnell bei ausgedehnten Shopping-Streifzügen der Eltern. Zudem versuchen die Betreiber der Einkaufszentren aufgrund der Konkurrenz aus dem Netz so die Verweildauer ihrer Kunden zu erhöhen. Auf den Spielplätzen können kleine und große Kinder auch beim Einkaufen zwischendurch klettern, hangeln oder rutschen, und es ist eine perfekte Alternative, um Kindern trotz schlechten Wetters einen Platz zum Austoben zu bieten.

Richter Spielgeräte GmbH

Mall of Arabia - Photo CONCETTO STUDIOS

Dass die Firma Richter Spielgeräte GmbH, ein Handwerksbetrieb aus dem oberbayerischen Frasdorf, der seit über 50 Jahren hochwertige Spielgeräte aus Lärchenholz baut und damit inzwischen in über 40 Ländern weltweit vertreten ist, nicht nur herkömmliche Spielplätze ausstattet, sondern auch Spielräume in und vor Einkaufszentren gestaltet, zeigt sich beispielweise in der ägyptischen Hauptstadt Kairo, wo die „Mall of Arabia“ über einen attraktiven Kinderspielplatz mit Klettergeräten, Spieltürmen und Rutschen verfügt. In Italien wurden in den letzten drei Jahren u.a. mit „Il Castello Centro Commerciale“ in Ferrara, dem Arese Einkaufszentrum in Mailand sowie der „Japigia Shopping Mall“ in Bari gleich drei große „Richter-Shoppingmall-Spielplätze eröffnet. Im japanischen Osaka wurde 2019 zudem mit dem „BørneLund Playville“ ein ganz besonderer Spielplatz eröffnet.

IKEA Filialen setzen auf den Spielwert der Richter Spielgeräte

BørneLund-Playville-Osaka---Photo-Ayumi-Nakanishi

Und auch immer mehr IKEA-Niederlassungen setzen auf den renommierten Spielwert der Richter Spielgeräte. Die eigens für den großzügigen Eingangsbereich der IKEA-Filiale im französischen Bayonne entworfene Spielkonstruktion ist etwas ganz besonderes. Die Installation mit dem Thema „In den Bäumen“ besteht aus insgesamt elf farbig lackierten Boxen, die auf verschiedenen Ebenen montiert sind und mit unterschiedlichen Fensteröffnungen, Netzdächern und Plattformböden ausgestattet sind. Die Zugänge sind durch Kletternetze, Tunnel und Leiterelemente miteinander verbunden. Besondere Highlights sind der aus einem Netztunnel bestehende Skywalk sowie die 18 Meter lange Tunnelrutsche, mit der man aus luftiger Höhe wieder nach unten gelangt. Auf einem weitläufigen Gelände in Moskaus Innenstadt befindet sich die Shopping-Mall „Mega Khimki“. Neben verschiedensten Restaurants und Läden gibt es hier auch ein Kino und einen Indoor-Spielplatz in unmittelbarer Nähe der IKEA-Niederlassung. Die Holzkonstruktion, die das Moskauer Architekturbüro AFA entworfen und gemeinsam mit der Firma Richter Spielgeräte umgesetzt hat, besteht aus zwei stilisierten „Bäumen“ mit mehreren Ästen, auf denen mehrere Häuschen sitzen. Auf dieser Fichtenholz-Struktur kann man klettern, sich verstecken, ein Gefühl für Höhe erleben, sich aber durch die geschlossenen Seil- und Netzkonstruktionen trotzdem sicher fühlen. Besonders wichtig für die Eltern im Gedränge dieses riesigen Einkaufszentrums ist die Sichtbarkeit der Kinder durch die Kletternetze. Und für diejenigen Kinder, die sich noch nicht an oder auf die Baumhäuser wagen, bieten verschiedene kleine Häuschen kreative Möglichkeiten für vertieftes Rollenspiel.

Über die Richter Spielgeräte GmbH

Hilde Richter Spielgeräte sieht in der Bereitstellung von Spielräumen eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Vor allem Kinder brauchen Spiel für ihre Persönlichkeitsentwicklung, aber auch Jugendliche und Erwachsene finden im Spiel Freude und Entspannung.

Die verschiedenen Produktgruppen bieten Ihnen Geräte für jede Altersgruppe. Dem Grundsatz folgend „soviel Spielwert wie möglich – soviel Sicherheit wie nötig“ verschafft das Unternehmen Spielangebote mit einem angemessenen Risiko – Niveau, an denen Kinder und Jugendliche selbstbestimmt spielen können.

Zur Website der Richter Spielgeräte GmbH

Quelle: Richter Spielgeräte GmbH / IAKS sb 4/2019

Polytan Kunstrasen aus nachwachsendem Rohstoff

09.09.2019

Kunstrasen für Hokey nachhaltig produziert von Polytan

Poligras Tokyo GT heißt das neue Kunstrasensystem für Hockey, das Polytan als offizieller Global Supplier des Welthockeyverbands FIH (International Hockey Federation) für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo entwickelt hat. Das dunkelblaue Spielfeld ist nicht nur schneller als jemals zuvor, sondern erstmals bestehen die Kunstrasenfasern überwiegend aus einem biobasierten Kunststoff von Braskem. Über die weltweit erste Installation des Poligras Tokyo GT freuen sich die Hockeyspieler des Crefelder HTC: Im September 2018 wurde die Gerd-Wellen-Hockeyanlage in Krefeld damit ausgestattet.

Für die Endrunde der "Final Four 2019" im Mai 2019 haben der Verein, die Stadt und das Land gemeinsam rund 500.000 Euro in ein neues Hockey Spielfeld investiert. Die Wahl für das neue Spielfeld fiel auf einen Polygras Tokyo GT, der von Polytan im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele 2020 in Japan entwickelt wurde. Clubmanager Robert Hake über den neuen Kunstrasen: „Poligras Tokyo GT ist derzeit der beste Hockeyrasen der Welt und wir freuen uns sehr, dass er weltweit zum ersten Mal bei uns installiert wurde.“ Außerdem geht er davon aus, dass der blaue Untergrund eine enorme Sogwirkung auf andere Mannschaften ausüben wird.

Kunstrasen erzielt verbesserte Umweltbilanz

Kunstrasen von Polytan erzielt verbesserte Umweltbilanz

Eine verbesserte Umweltbilanz erzielt der Kunstrasen Poligras Tokyo GT durch den Einsatz des biobasierten Kunststoffes I’m greenTM von Braskem, Weltmarktführer auf diesem Gebiet. Das Polyethylen (PE) Basismaterial für die Filamente besteht anteilig zu 60 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Eine Ausweitung auf 100 Prozent PE Basismaterial ist möglich, jedoch zu höheren Kosten. Wie sich in der Erprobung zeigte, verbessert das neue Material nicht nur die Ökobilanz des Kunstrasens, sondern optimiert auch noch die Spieleigenschaften der Rasenoberfläche: Die Balllauflänge nimmt gegenüber dem Vorgängerprodukt um bis zu 25 Prozent zu. Das verspricht ein noch schnelleres und dynamischeres Hockeyspiel mit noch präziseren Spielzügen.

Die Elastikschicht PolyBase GT ist der jüngste Zugang in die Green Technology-Produktfamilie von Polytan. Das Produkt PolyBase GT verdankt seine Nachhaltigkeit einem neu entwickelten Bindemittel zur dauerelastischen Verbindung der Granulate, bei dessen Herstellung CO2 eingespart wird.

Hockey Kunstrasen besticht durch seine blaue Spielfeldfarbe

Hockey Kunstrasen besticht durch seine blaue Spielfeldfarbe

Neben den ökologischen Aspekten und den verbesserten Spieleigenschaften besticht der neue Hockeykunstrasen Poligras Tokyo GT in Krefeld durch seine blaue Spielfeldfarbe. Seit den Olympischen Spielen 2012 in London ist diese quasi Standard bei hochklassigen Hockey-Wettbewerben. Durch die blaue Oberfläche erhöht sich der Kontrast zum gelben Hockeyball und der Spielverlauf lässt sich einfacher verfolgen. Davon profitieren Spieler, Stadionbesucher und vor allem die Zuschauer an den Fernsehgeräten. Für eine professionelle TV-Übertragung hat der Crefelder HTC das Spielfeld sogar größer angelegt als es das Standardmaß von 100 x 60 Yards (oder 91,4 x 55 m) vorgibt – so können auch LED-Banden entlang des Spielfeldrandes für Fernsehübertragungen aufgestellt werden.

Über die Polytan GmbH

Den optimalen Boden für sportliche Erfolge bereiten – diesen Anspruch verfolgt Polytan seit 1969. Stets die modernsten sportmedizinischen Erkenntnisse im Blick, entwickelt der Spezialist für Sportböden im Außenbereich seine Kunststoff-Sportbeläge und Kunstrasensysteme kontinuierlich weiter. So besitzen die Spielfelder aus Kunstrasen heute beispielsweise ein naturnahes Rasengefühl und sehr gute Spieleigenschaften. Hochwertige Kunststoffbeläge sind von stoßdämpfenden Fallschutzböden über multifunktionale Allwetterplätze bis hin zu Highspeed-Oberflächen für internationale Leichtathletik-Veranstaltungen erhältlich. Neben eigener Entwicklung, Herstellung und Einbau der Sportböden zählt auch ihre Linierung, Reparatur, Reinigung und Wartung zum Leistungsspektrum von Polytan. Sämtliche Produkte entsprechen den aktuellen nationalen und internationalen Normen und verfügen über alle relevanten Zertifikate internationaler Sportverbände wie FIFA, FIH, World Rugby und IAAF.

Zur Website der Polytan GmbH

Über Braskem

Mit einer am Menschen orientierten globalen Zukunftsvision setzt sich Braskem täglich dafür ein, nachhaltige und praktische Lösungen für die Herstellung von Chemikalien und Kunststoffen zu finden. Braskem ist der größte Hersteller von thermoplastischen Kunststoffen in Nord- und Südamerika und der weltweit führende Hersteller von Biopolymeren. Das Unternehmen setzt sich für umweltfreundliche, intelligente und nachhaltige Lösungen mit Chemikalien und Kunststoffen ein. Braskem exportiert in rund 100 Länder und betreibt 41 Fertigungsstätten in Brasilien, den USA, Deutschland und Mexiko (dort in Zusammenarbeit mit dem mexikanischen Unternehmen Idesa).

Zur Braskem Website

Quelle: Polytan GmbH/IAKS sb 2/2019

Hoffnung auf Rückkehr zum Sport

27.04.2020

Gemeinsame Pressemitteilung des DOSB mit allen Landes-Sportbünden

Hoffnung auf Rückkehr zum Sport nach Corona

Die Zwischenbilanz gibt Anlass zur Hoffnung: Nach vollständiger Einstellung des Sportbetriebs und Schließung aller Sportstätten in SPORTDEUTSCHLAND aufgrund der Corona-Pandemie sehen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Landessportbünde (LSB) Signale, die eine Wiederaufnahme des Sporttreibens in den einzelnen Bundesländern ermöglichen. Dazu gab es am Samstag bei einer Videokonferenz der 16 Landessportbünde (LSB-Konferenz) gemeinsam mit dem DOSB ein einstimmiges Votum.

Der eingeschlagene Weg zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist erfolgreich und sollte daher fortgesetzt und mit Umsicht an die sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst werden. Der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung muss unverändert Priorität haben. Zur Gesundheitsvorsorge dient insbesondere das Sporttreiben. Dies haben wir in der Konferenz erörtert und waren uns alle zusammen mit dem DOSB einig, dass unter bestimmten Vorkehrungen der Startschuss zur Rückkehr in den Vereinssport gegeben werden kann.

Jörg Ammon
Stellvertretender Sprecher der LSB und Präsident das Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV)

Freizeit- und Breitensport ermöglichen

Der organisierte Sport in Deutschland ist bereit. Im Schulterschluss zwischen dem DOSB und den 16 Landessportbünden wird nun das Angebot an die politischen Verantwortungsträger in Bund und Ländern konkretisiert. Dieses soll bereits am kommenden Montag in die Sportministerkonferenz sowie die weiteren Abstimmungen auf Bundesebene einfließen

Nach den positiven Rückmeldungen der Sportminister*innen der Länder haben wir unser Angebot an die Politik für eine Wiederaufnahme des vereinsbasierten Sporttreibens weiterentwickelt. Neben 10 DOSB-Leitplanken liegen nun auch angepasste sportartspezifische Übergangs-Regeln der Fachverbände für einen ersten vorsichtigen Schritt ins vereinsbasierte Sporttreiben vor. Wir sind somit auf einen verantwortungsvollen Wiedereinstieg vorbereitet und hoffen nun zeitnah auf ein bundeseinheitliches Signal der Öffnung durch die Politik.

Alfons Hörmann
DOSB-Präsident

Die unzähligen positiven Effekte des Sports auf die Mitglieder in den rund 90.000 Sportvereinen in Deutschland fehlen der gesamten Gesellschaft von Tag zu Tag mehr. Mit dem nun vorliegenden Paket aus Leitplanken und spezifischen Regeln für die einzelnen Sportarten ist eine gute Handlungsgrundlage für die Umsetzung in den Vereinen geschaffen.

Jörg Ammon
Stellvertretender Sprecher der LSB und Präsident das Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV)

Nach den gemeinsamen Vorstellungen von organisiertem Sport und der Sportministerkonferenz der Länder wird ein erster Schritt der Lockerung ausschließlich für Bewegungsangebote im Freiluftbereich gelten, zudem sind umfassende weitere Regelungen, wie Mindestabstand und Hygienevorgaben zu beachten. Dabei bleiben die Sportheime, deren Umkleiden und Gastronomiebereiche und Hallen geschlossen. Bei positivem Verlauf können später die nächsten Schritte zur weiteren Öffnung erfolgen.

Der organisierte Sport verzichtet ganz bewusst auf eine Positivliste von Sportarten, denn es geht um angepasste Bewegungsangebote für alle Mitglieder in den Vereinen. „Seitens des Sports können wir mit bewährten Strukturen und den unzähligen erfahrenen Verantwortungsträger*innen einen wertvollen Teil dazu beitragen, dass Deutschland wieder in Bewegung kommt. Dabei sind wir uns der besonderen Chancen und Risiken bewusst und werden deshalb stets nach der Maxime handeln, dass Infektionsrisiken so weit wie irgend möglich minimiert werden müssen“, sagte DOSB-Präsident Hörmann. In den nächsten Schritten soll über die Nutzung von Hallen, die Rückkehr zum Wettkampfbetrieb sowie über Kontakt- und Zweikampfsportarten diskutiert werden.

Leistungssport nach bundeseinheitlichen Regeln

Die LSB-Konferenz hat sich darauf verständigt, dass für Bundeskader-Athlet*innen das Training sowohl im Indoor- wie im Outdoor-Bereich wieder geöffnet werden sollte. Für Landeskader-Athlet*innen dagegen sollte das Training zunächst im Outdoorbereich beginnen. Um Ungleichbehandlung zu verhindern, sollten die Regeln in allen Bundesländern einheitlich gelten.

Quelle: Deutscher Olympischer Sportbund e. V.

„IAAF“ wird „World Athletics“: Leichtathletik-Weltverband mit neuem Namen

31.03.2020

© Polytan GmbH

Aus dem eher sperrigen „International Association of Athletics Federations“ – kurz IAAF – wurde das einprägsamere World Athletics, neues Verbandslogo inklusive. Damit möchte der renommierte Leichtathletik-Weltverband „mehr junge Menschen erreichen und den Leichtathletiksport attraktiver gestalten“, so begründet World Athletics-Präsident Sebastian Coe die Entscheidung.

Auch die Polythan GmbH, als Hersteller von Kunststofflaufbahnen der ersten Stunde, ist mit dem Leichtathletikweltverband eng verknüpft: 25 Prozent aller IAAF bzw. heute World Athletics zertifizierten Sportstätten stammen von der Sport Group Holding, zu der auch die Tartanbahnen-Hersteller Polytan , APT und AstroTurf gehören.

Fünf Diamond League-Stadien mit Polytan

Polytan Laufbahn in einem Stadion in Marokko

Insgesamt hat die Sport Group Holding weltweit auf über 280 Sportanlagen World Athletics-zertifizierte Kunststoffbeläge eingebaut, darunter fünf aktuelle oder ehemalige Veranstaltungsorte der Leichtathletik-Meeting-Reihe IAAF Diamond League , die seit 2020 Wanda Diamond League heißt.

Synthetische Sportbeläge von Polytan befinden sich in den Diamond League-Leichtathletikstadien Qatar SC Stadion in Doha, im Olympiastadion Stockholm in Schweden, im Bislett-Stadion im norwegischen Oslo, im Moulay Abdallah-Stadion in Marokko und im Gateshead Stadium im britischen Birmingham.

Weltverband mit Tradition: IAAF-Gründung 1912 in Stockholm

Gegründet wurde der Dachverband aller nationalen Leichtathletik-Sportverbände bereits 1912 im schwedischen Stockholm als International Amateur Athletic Federation, kurz IAAF. 2001 wurde das Wort Amateur aus dem Namen gestrichen, da sich die IAAF Leichtathletik zwischenzeitlich im Profisport als feste Größe auf der Weltbühne etabliert hat. Bis zur Umbenennung in World Athletics 2019 war der offizielle Name des Leichtathletikweltverbands: International Association of Athletics Federations.

World Athletics: Ausrichter internationaler Leichtathletik-Meetings

Zu den Aufgaben von World Athletics zählen die Ausrichtung internationaler Leichtathletik-Wettbewerbe wie die Diamond League oder die IAAF World Championships. Außerdem wird vom Dachverband die offizielle Weltrekordliste geführt und die Messmethoden für Rekorde standardisiert. Dazu sichert der Leichtathletikweltverband die Qualität der Leichtathletik-Sportstätten, indem sie für offizielle Wettbewerbe von offizieller Stelle zertifiziert werden müssen.

World Athletics Zertifikate für Wettkampfstätten

Stadion mit IAAF Zertifikat

Dabei unterscheidet der Leichtathletik Weltverband zwischen zwei Kategorien: das World Athletics Class 1 Zertifikat und das World Athletics Class 2 Zertifikat. Ersteres wird für Stadien benötigt, in denen die IAAF World Championships oder Olympische Spiele stattfinden. Für Meetings der Wanda Diamond League, kontinentale, nationale oder regionale Wettkämpfe genügt Class 2.

Und so wird geprüft: Für das Class 1 Zertifikat testet eine akkreditierte Prüfstelle vor Ort, ob die Leichtathletikanlage die geforderte Funktionalität aufweist und ob alle Linierungen, Abmessungen und Distanzen den World Athletics-Richtlinien entsprechen. Die installierten Tartanbahnen müssen bereits im Vorfeld ein „World Athletics Product Approval“ erhalten haben.

Bei einer Class 2 Zertifizierung entfällt die Qualitätsprüfung des Tartanbelags vor Ort, hier werden nach der Installation nur die richtigen Abmessungen der Anlage sichergestellt. Die Qualität des Kunststoffbelags garantiert das „World Athletics Product Approval“, es wird nach dem Einbau nicht erneut überprüft.

Diamond League-Meeting – eine Erfolgsgeschichte (auch) von Polytan

Polytan Laufbahn blau

Auf über 280 Sportstätten hat die Sport Group Holding Kunststoffbeläge mit IAAF Zertifizierung bislang erfolgreich installiert. Im Jahr 2019 fanden 28 Prozent aller Diamond League-Meetings auf einer Laufbahn von Polytan statt, inklusive dem schnellsten 100-Meter-Lauf des Jahres. Nur 9.85 Sekunden benötigte Christian Coleman aus den USA auf der IAAF zertifizierten Laufbahn in Oslo. Im Diamond League-Jahr 2019 konnten zusätzlich 15 Nationalrekorde und 11 Weltbestzeiten auf den von World Athletics zertifizierten Highspeed-Kunststoff-Sportböden von Polytan erzielt werden.

Quelle: Polytan GmbH

IAKS Expertengespräch zur Wiedereröffnung öffentlicher Schwimmbäder

08.05.2020

Wie gestaltet sich die aktuelle Situation in Bezug auf COVID-19-Beschränkungen und was ist wichtig, um die Wiedereröffnung öffentlicher Schwimmbäder vorzubereiten? In einer Videokonferenz am 6. Mai tauschten fünf Mitglieder des IAKS Expertenkreises Schwimmbäder ihre Ideen aus. Sehen Sie die Beiträge von Yvette Audet von der Otium Planning Group (Australien), Gar Holohan von der Aura Holohan Group (Irland), Haymo Huber von der hsb group (Österreich), Dr. Stefan Kannewischer von Kannewischer Management (Schweiz) und Marc Riemann von KölnBäder (Deutschland).

Der Videocast beginnt mit einem Überblick der Situation in diesen fünf Ländern. In welcher Reihenfolge werden die Sport- und Freizeiteinrichtungen wieder geöffnet? Welche Regeln / Vorschriften (Hygieneplan, Schutzkonzept) müssen eingehalten werden? Was bedeutet das für Schwimmen, Baden, Wassersport? (zum Beispiel nur eine Person pro Bahn zum Sportschwimmen, Beschränkung der Anzahl der Personen pro Becken, kein Wasserball). In der zweiten Hälfte tauschten die Experten ihre Meinungen darüber aus, wie politische Entscheidungsträger von solchen Informationen profitieren können. Die Diskussion führte zu der Frage, wie Betreiber von Freibädern die Anzahl der Gäste auf der Liegewiese steuern können.

Da die Lage sehr dynamisch ist und sich innerhalb weniger Tage ändern kann, erheben die Beiträge der Redner keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Ziel des Videocasts ist es, aktuelles Wissen zu teilen. Profitieren Sie von den Erkenntnissen der IAKS Experten für Ihre eigene Situation!

Quelle: IAKS

Wie können öffentliche Schwimmbäder schrittweise wieder in Betrieb genommen werden?

30.04.2020

geschlossenes Schwimmbad wegen COVID-19

Aktuell sind auf Sportplätzen erste Lockerungen der Einschränkungen für Outdoor- und Einzelsportarten zu beobachten. Die Wiederinbetriebnahme von öffentlichen Bädern wird politisch noch nicht diskutiert. Wenn die Menschen jedoch keine Aktivitäten in einem kontrollierten Umfeld praktizieren können, werden sie ihre Freizeit an unkontrollierten Punkten verbringen. Hier kann die Sportinfrastruktur einen wichtigen Beitrag leisten.

Internationale Reisen werden in diesem Jahr nur in geringem Maße möglich sein. Dies wird zu einem verstärkten Inlandstourismus oder Vor-Ort-Tourismus (Urlaub zu Hause) führen. Sportanlagen und insbesondere Bäder können hier ein sinnvolles und sicheres Angebot sein.

Öffentliche Schwimmbäder bieten im Gegensatz zu natürlichen Badestellen deutlich mehr Sicherheit, da die Desinfektion des Badewassers durch Chlor hervorragenden Schutz vor sämtlichen Bakterien und Viren gewährleistet – auch vor Coronaviren. Eine Ansteckung über das Wasser kann so vermieden werden.

Schwimmbadexperten aus Deutschland und der Schweiz haben Vorschläge und Empfehlungen erarbeitet, wie öffentliche Schwimmbäder schrittweise wieder in Betrieb genommen werden können.

Quelle: IAKS Newsletter 10/2020

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:

Sportfix®Clean - gegen Plastikverschmutzung in Gewässern

11.09.2019

Effektive Regenwasserbehandlung hält Mikroplastik von Kunstrasen zurück

Effektive Regenwasserbehandlung hält Mikroplastik von Kunstrasen zurück - Sportfix®Clean gegen Plastikverschmutzung in Gewässern

Kunstrasen auf Sportplätzen sorgt für hervorragend zu bespielende Flächen. Durch die Nutzung und beim Entwässern spülen Niederschläge und Oberflächenwasser Mikroplastik aus. Eine Herausforderung, der Hauraton mit verantwortungsvoller Umwelttechnologie begegnet. Der badische Entwässerungsspezialist hat für das Filtern und Zurückhalten von Mikroplastikpartikeln eine sichere und absolut wirkungsvolle Lösung: Im Entwässerungssystem und Rinnenfilter Sportfix®Clean mit dem Filtersubstrat Carbotec 60 werden Partikel mit kleinsten Korngrößen von bis zu 0,45 µm (0,00045 mm) zuverlässig herausgefiltert.

Dies ist deshalb von hoher Relevanz, weil Sportplätze weltweit zunehmend mit Kunstrasenbelägen ausgestattet werden. Die synthetischen Beläge sind sehr robust, benötigen deutlich weniger Pflege als Naturrasen und bieten hohe Qualitätsstandards für die Sicherheit der Sportler. Spieleigenschaften wie etwa das Ballrollverhalten kommen bei modernen Belägen dem natürlichen Spielrasen sehr nahe. Die hohe Nutzungsdauer von circa 1.700 Stunden pro Jahr gegenüber 400 bis 800 Stunden bei Naturrasen, eine Lebensdauer von mindestens zehn Jahren und stark reduzierter Pflegeaufwand sprechen eindeutig für Kunstrasenbeläge.

Mechanischer Abrieb erzeugt winzige Kunststoffpartikel

Wasserverschmutzung durch Mikroplastik

Kunstrasenbeläge sind eine Art Kunststoffteppich. Beim Bespielen der Flächen sind sowohl das EPDM-Granulat (Infill-Material beim verfüllten Kunstrasen) als auch die synthetischen Grasfasern wiederkehrenden Belastungen ausgesetzt. Durch den mechanischen Abrieb aufgrund hoher Trittbelastungen – so etwa beim Fußball oder Rugby – lösen sich winzige Partikel oder Grashalme brechen ab. Die Austragsmengen betragen bei modernen Plätzen pro Jahr 250 bis 300 kg. Es ist zu verhindern, dass die ausgetragenen Teilchen nicht mit dem anfallenden Niederschlagswasser in den natürlichen Wasserkreislauf und damit letztlich in die Nahrungskette gelangen. Dass Mikroplastik, das sich heute schon in großen Mengen in den Weltmeeren befindet, schon in unseren Nahrungskreislauf Einzug gehalten hat, beweisen Forschungen der letzten Jahre. Die Folgen für die Gesundheit sind bisher nicht absehbar. Um Wasserverschmutzung zu verhindern, müssen die Kunststoffpartikel aus dem gesammelten Oberflächenwasser vor der Weiterleitung herausgefiltert werden.

Oberflächenfiltration hält kleinste Partikel zurück

Oberflächenfiltration hält kleinste Partikel zurück

Eine einfache, aber außerordentlich wirkungsvolle Lösung bieten die Sportfix®Clean Rinnen. Nicht nur vom Spielfeld abfließendes und mit Mikroplastik belastetes Oberflächenwasser, sondern auch größere, während des Spielbetriebs zum Feldrand transportierte Mikroplastikteile werden entlang des Platzes sicher erfasst. Im Rinnenstrang wird das Wasser gesammelt und abgeleitet. Währenddessen wird es durch den Rinnenfilter geführt und gefiltert. Das verwendete Filtersubstrat Carbotec 60 ist in der Lage, feinste Teilchen von Korngrößen bis zu 0,45 µm dauerhaft zurückzuhalten

Große Wartungsintervalle als Sicherheit für Betreiber

Entwässerungssystem Sportfix®Clean von Hauraton gegen Wasserverschmutzung

Dieser Rinnenfilter funktioniert nach dem Prinzip der Oberflächenfiltration. Damit arbeitet er gleich zweifach effektiv: An der Filteroberfläche werden nicht nur Kunststoffteilchen zurückgehalten, sondern auch Schadstoffe wie Schwermetalle oder Kohlenwasserstoffe; Das System arbeitet nachweisbar über sehr lange Zeiträume absolut zuverlässig. Langfristige Wartungsintervalle und einfache Reinigung stellen weitere Vorteile dar: Nach vielen Jahren der Nutzung bildet sich an der Filteroberfläche ein sogenannter Filterkuchen. Dieser wird bei einer Wartung abgeschält und lediglich das dabei entfernte Filtersubstrat wird wieder aufgefüllt.

Ob Hockeyfeld oder Fußballplatz – wo Kunstrasenbeläge zum Einsatz kommen, sind in der Regel auch Entwässerungssysteme nötig. Sportfix®Clean Rinnen bieten zusätzlich zur sicheren Entwässerung auch die Filterung des Abwassers auf einfache Art und Weise und das dauerhafte Zurückhalten von Mikroplastik und Schadstoffen. Dieses kostengünstige Filtersystem kann auch in bestehenden Anlagen nachträglich eingebaut werden.

Über die HAURATON GmbH & Co. KG

Das Rastatter Unternehmen Hauraton ist seit über 60 Jahren erfolgreich auf dem Markt. Mit heute weltweit 20 Niederlassungen und Vertrieb in über 70 Länder gehört Hauraton zu den Marktführern auf dem Gebiet der Entwässerungs- und Wassermanagementsysteme. In den vier Leistungsbereichen Tiefbau, GaLaBau, Aquabau und Sportbau bietet Hauraton über 2.000 verschiedene Produkte an, wobei das Sortiment kontinuierlich ausgebaut wird. Mit der Einführung der Recyfix Kunststoffrinnen und des Side-Lock-Arretierungssystems sowie einem individualisierten Katalog im Internet gilt Hauraton als Innovationsführer der Branche. Auf der Referenzliste stehen internationale Projekte wie die Formel-1-Rennstrecke in Sotschi, das Moskauer Luschniki-Stadion für die Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland, das Mercedes-Benz Museum in Stuttgart oder der Frankfurter Flughafen Fraport.

Zur Website der HAURATON GmbH & Co. KG

Quelle: HAURATON GmbH & Co. KG / IAKS sb 2/2019

Stadtplanung: „WHERE DESIGN MEETS PLAY“

31.01.2020

Kate Tooke, ASLA, PLA, Assoziierte Direktorin bei Sasaki

Im Rahmen eines umfassenden Masterplans zur Neukonzeption des Flussufers entwickelte die Stadt Cincinnati ein innovatives und differenziertes Parkprojekt. Der Entwurf entstand in der Folge umfassender multidisziplinärer Forschungs- und Theoriearbeit mit dem Ziel, eine ansprechende und zugleich herausfordernde Spielfläche für Kinder und Familien einzurichten. Kate Tooke, Assoziierte Direktorin bei Sasaki, erläutert das Planungskonzept für den Park, der neugierige Besucher aller Altersgruppen zum Spielen einlädt.

Stadtplanung: Smale Riverfront Park - Abenteuerspielplatz

Angesichts des Bestrebens moderner Stadtplanung, eine aktive Nutzung des städtischen Raums zu ermöglichen, bieten öffentliche Parks in Form und Funktion ein enormes Entwicklungspotenzial. In der Olmsted-Ära zählte bei Parks weitgehend der landschaftliche Aspekt: weitläufige, von Bäumen gesäumte Wege, Panoramablick usw. Diese um die Jahrhundertwende angelegten Parks waren als idealisierter Hinterhof für geschäftige Stadtbewohner konzipiert, die dem anstrengenden Stadtleben entrinnen wollten. Moderne Parks müssen dieses Olmsted‘sche Ideal von Natur und passiver Erholung in eine Balance zu den vielfältigen, intensiven Anforderungen der lokalen Anwohner bringen, die in der Vergangenheit in den Vorgärten und auf den Veranden der Häuser erfüllt wurden. Unsere Parks und Plätze müssen als Orte der sozialen Begegnung und des Rückzugs gleichermaßen fungieren. In einer Zeit, in der sich die Ballungsräume weiter verdichten und der Druck unserer digitalen Welt sich in immer vielfältigerer Weise manifestiert, müssen die Parks unserer Städte mehr denn je als Vorder- und Hinterhöfe zugleich dienen – als Orte, an denen wir Entspannung und landschaftliche Schönheit in Einklang mit der Nutzung als sozialer Treffpunkt und Aktivitätsfläche erleben können.

Die Stadt Cincinnati hat in den vergangenen Jahrzehnten wie viele andere postindustrielle Städte mit viel Aufwand ihr Verhältnis zu ihrem Fluss neu definiert. Das Narrativ: die Umwandlung alter Industrieflächen in aktive Erholungsräume. Der vor diesem Hintergrund entstandene Smale Riverfront Park ist ein Beispiel dafür, wie eine moderne öffentliche Fläche dank innovativer Planung und Entwicklung die Eigenschaften eines Vorgartens und Hinterhofes in einer ausgewogenen Mischung anbieten kann. Diese Ausgewogenheit zeigt sich wohl nirgends deutlicher als in den Spiellandschaften des Parks: Mit einer einzigartigen Kombination aus Kletterwänden, Boulderflächen, Brücken, Baumstämmen, Hangrutschen und interaktiven Wasserspielen (statt Standardelementen aus Kunststoff) werden Parkbesucher aller Altersgruppen zum Spielen aufgefordert. Der Park mutet ein wenig wild und waghalsig an, wie ein Ort, an dem das Unerwartete geschehen kann. Zugleich ist hier auch genau die Art von Gartenzaunerlebnis möglich, nach dem sich alle Städter sehnen: ein flexibler sozialer Raum zum Vernetzen, als Treffpunkt, als Ort des gemeinsamen Spielens.

In vielen europäischen Städten haben Abenteuerspielplätze wie dieser den klassischen Kunststoffspielgeräten bereits den Rang abgelaufen und prägen das Stadtbild. Sie sind eine Reaktion auf Studienergebnisse zum Spiel- und Lernverhalten von Kindern und auf die Erkenntnis, dass es wichtig ist, sich kontrolliert auszuprobieren und etwas zu wagen. Die meisten amerikanischen Städte sind auf diesem Gebiet jedoch langsamer. Und doch ist der alternative Tenor des Abenteuerspielplatzes den amerikanischen Städten bei der Neukonzeption und Aktivierung vormals industriell genutzter Flächen wie auf den Leib geschneidert. Der Smale Riverfront Park in Cincinnati zeigt, wie Treffpunkte mit unterschiedlichen Nutzungsformen perfekt für Spiellandschaften genutzt werden können, die in den Vereinigten Staaten noch lange kein Standard sind.

Der Weg des Projekts

Planungsphasen des Smale Riverront Parks

Die Realisierung des Smale Riverfront Park ist ein über mehrere Jahrzehnte angelegter Transformationsprozess. Mitte der 1990er Jahre befand sich am heutigen Standort des Parks größtenteils ein ehemaliges Industrieareal am Ohio River. Wie so viele Industriebrachen an Flüssen überall in den USA war das Gelände überzogen von Parkplätzen und leeren Industrieparzellen, die regelmäßig überflutet wurden. Hinzu kam eine vierspurige Autobahn, die direkt am Flussufer entlangführte und die Stadt vom Fluss abschnitt.

Im Zuge eines Masterplans für den Stadtteil im Jahr 1999, der hohe Entwicklungsziele für das Land entlang des Flussufers setzte, beauftragte die Stadt Sasaki mit der Entwicklung von Planungskonzepten für mehr als 13 Hektar Land, von dem über die Hälfte innerhalb der Flutzone lag. Ein Team aus Landschaftsarchitekten, Stadtplanern und Ingenieuren entwickelte einen mehrphasigen Ansatz, beginnend mit der Verlegung der Autobahn, um Platz für den Park zu schaffen. Fünf Phasen für den Park sind mittlerweile abgeschlossen, derzeit beginnen die Planungen für die sechste Phase.

Die Spiellandschaften des Parks – der Heekin Family/Grow Up Great Adventure Playscape und der P&G goVi¬brantscape – liegen beide in der Flutzone der Stadt. Sie wurden im Frühjahr 2015 gemeinsam eröffnet. Zusammen lassen sie die traditionellen Grenzen zwischen Park und Spielplatz verschwimmen: Kinder und Familien betreten die Flächen von allen Seiten, das Spiel erweitert sich auf die umliegenden Rasenflächen und Wege sowie den Mehrzweckbereich unterhalb des Brückenpfeilers. Eine Reihe zusätzlicher Anziehungspunkte im Park – darunter ein Karussell, ein Labyrinth, Hollywood-Schaukeln und Picknickbereiche – sorgen dafür, dass viele Familien gleich einen ganzen Tag im Park verbringen, ihn erkunden und Abenteuerspaß an der frischen Luft suchen.

Spiellandschaften – Ursprung und Elemente

Smale Riverfront Park - Piano

Der Masterplan für den Park aus dem Jahr 1999 sah ganz allgemein einen Kinderspielplatz am Flussufer vor, ent¬hielt aber keinerlei Spezifikationen zu Standort oder Typologie. Das Team der Stadtplanung zog unterschiedliche Formen der Umsetzung in Betracht, unter anderem konventionelle Spielgeräte oder einfach geschwungene Rasenflächen. Schließlich setzte sich aber die kühne Vorstellung durch, eine neue Art von inspirierender Aktivspielfläche zu schaffen. Als 2013 die konkrete Planung begann, gab es einen Konsens: Die Spielplätze sollten neue Standards setzen. Inspiriert von Besuchen europäischer Spielplätze sprach sich das Team des Bauherrn für einen „Ort des Abenteuers und der Herausforderungen“ aus, bei dem die typischen Spielgeräte „von der Stange“ außen vor bleiben sollten. Zugleich meldeten sich mit The Heekin Family, PNC Bank und Proctor & Gamble drei wichtige private Geldgeber zu Wort, die sich speziell dafür aussprachen, Spielplätze zu finanzieren, die Bewegung und Entdeckergeist bei Kindern und Familien fördern. Die übereinstimmenden Interessen und Absichten von Bauherrn und Geldgebern bildeten ein solides Fundament für die konzeptionelle Planung.

Frühe Zeichnungen und Studien für den PNC-/Heekin-Abenteuerspielplatz waren inspiriert von der Kultur- und Umweltgeschichte des Ortes. Als zentrales strukturierendes Element entstand ein Tal, in Erinnerung daran, wie der Fluss die Landschaft im Laufe der Geschichte geformt hat. Zwei Brücken über das Tal symbolisieren die zahlreichen Flussübergänge, insbesondere die historische Roebling-Hängebrücke, die den Smale Riverfront Park auf ihrem Weg über den Ohio River in Richtung Kentucky kreuzt. Als Materialien für die Spiellandschaft wurden vornehmlich lokale Baustoffe ausgewählt: Für die Felsen wurden Sandsteinblöcke aus der Umgebung verwendet, ein Baustoff, der auch für die Pfeiler der benachbarten Roebling Bridge zum Einsatz kam. Der Großteil der Holzelemente auf dem Spielplatz besteht aus dem verrottungsbeständigen einheimischen Holz umgestürzter Johannisbrotbäume aus anderen öffentlichen Parks in Cincinnati. An die wirtschaftlichen und industriellen Wurzeln Cincinnatis und das „Wappentier“ der Stadt erinnert ein Spielbau in luftiger Höhe: ein fliegendes Schwein, getauft auf den liebevollen Namen „Oink-i-thopter“.

Theoretische Psychologie trifft auf handfeste Planung

Dem Layout und den spezifischen Merkmalen des PNC/Heekin Adventure Playscape liegt ein forschungsbasierter Prozess zugrunde: Für die Planung wurden die sechs Kategorien von riskantem Spiel der norwegischen Psychologin Ellen Sandseter aufgegriffen. Elemente wie die Rutsche, Kletterwände und Brücken wurden in der Absicht geplant, den Parkbesuchern den Eindruck großer Höhen und schneller Geschwindigkeiten zu vermitteln. Die kleinen Felsnischen und die sich windenden Pfade entsprechen dem Wunsch nach unabhängiger Erforschung und Mysterien. Die meisten Elemente verursachen ein gewisses Gefahrempfinden – ein Fuß könnte durch das Netz der Seilbrücke gleiten, eine Hand könnte oben an der Kletterwand abrutschen –, ohne dass tatsächlich eine Gefahr entsteht. Teri Hendy, eine Spielberaterin, die sich auf alternative Spielumgebungen spezialisiert hat, arbeitete mit dem Planungsteam zusammen, um sicherzustellen, dass jedes der individuell entworfenen Elemente die Standards des Sicherheitshandbuchs für öffentliche Spielplätze erfüllte.

Zwar lag der Fokus des PNC-/Heekin-Abenteuerspielplatzes definitiv darauf, Kindern Raum für Bewegung und Herausforderung zur Verfügung zu stellen, aber auch andere Arten von Spiel sollten nach dem Willen des Planungs¬teams aufgegriffen werden. Anhand der Theorie der vier Formen des Spiels von Sara Smilanski wurden im Rahmen der frühen Planungsgespräche auch das dramatische Spiel und das Konstruktionsspiel einbezogen. Nebelsprüher machen das Spiel geheimnisvoll und inspirieren zu Fantasiespielen, in die Felsen eingelassene Steine in Form von Fossilien sorgen für Entdeckergefühl und Erstaunen.

Die Planung der Konstruktionsspielbereiche erwies sich als am kompliziertesten, da entsprechende Umgebungen, die auch lose Bestandteile wie Sand, Wasser oder Steine beinhalten, in der Regel Bedenken hinsichtlich Instandhaltungskosten und Sicherheit mit sich bringen. Diese konnte das Team im Planungsprozess für den P&G goVi¬brantscape auflösen, indem man sich für einen Wasserspielplatz ohne Sand entschied. In der Wasserspielanlage können die Kinder Wasser über Rinnen, Stauwehre und Pumpen bewegen, um eine Miniaturversion des Parks zu überfluten. Sie wurde in einem intensiven Prozess gemeinsam mit der deutschen Firma Richter Spielgeräte entwickelt. Über Monate hinweg tauschten die beiden Parteien Skizzen aus. Im Laufe dieses Prozesses entwickelte sich der Entwurf von einem einfachen Wasserbecken zu einem wahren Paradies für Ingenieure.

Einflüsse

Die beiden Spiellandschaften im Smale Riverfront Park waren schon bei ihrer Eröffnung im Frühjahr 2015 ein voller Erfolg. Aufgrund der zunehmenden Beliebtheit begann Sasaki, sich dafür zu interessieren, wie Kinder und Familien den Park nutzen und wie der Park unter den Aspekten der Sicherheit und Instandhaltung zu bewerten war. So wurde ein Team nach Cincinnati geschickt, bewaffnet mit Klemmbrettern, Kameras und sorgsam ausgearbeiteten Datenerfassungsbögen. Mehr als 45 Beobachtungsstunden im Park und mehr als 100 Interviews folgten. Das Team nahm Zählungen der Spielplatznutzer im Tagesverlauf vor, verfolgte die Wege einzelner Kinder, führte Interviews mit Besuchern und Interessengruppen und hörte in unterschiedlichen Bereichen intensiv zu. Alle Kommentare und Gespräche wurden in Zehn-Minuten-Sequenzen sorgsam protokolliert. Die Beobachtungen im Park förderten in Kombination mit formelleren Methoden ganz neue Perspektiven zutage.

Die Auswertung ergab eindeutig, dass der Park die Vision eines Treffpunkts voller Abenteuer und Herausforderungen erfolgreich in die Realität umsetzen konnte. Zugleich mussten die Annahmen zu den Bewegungsmustern der Parkbesucher und zur Dynamik eines Ortes wie des Smale Riverfront Park neu gedacht werden. Insgesamt waren 88 Prozent der beobachteten Nutzer (Kinder und Erwachsene!) aktiv mit Spielaktivität beschäftigt, darunter Bewegungs- und Abenteuerspiele, dramatisches Spiel und Konstruktionsspiele.

Die vielleicht wertvollste Erkenntnis aus den gewonnenen Daten zur tatsächlichen Nutzung des Parks ist wohl, dass die Spiellandschaften im Smale Riverfront Park über ein hohes Maß an generationsübergreifender Integrationsfähigkeit verfügen. Auf den meisten konventionellen Spielplätzen zeichnet sich ein einfaches Bild: Die Kinder spielen auf den Kunststoffspielgeräten, die Eltern halten sich am Rand des Spielplatzes auf. Im Smale Riverfront Park war die Dichte von Kindern und Erwachsenen hingegen relativ gleich über alle Spielzonen verteilt, und Besucher aller Altersgruppen waren gleichermaßen aktiv. Die Gründe dafür waren nach unserer Wahrnehmung divers und doch miteinander verwoben: Spaß ist ansteckend, sodass Erwachsene zum Mitspielen inspiriert werden. Der Eindruck von Gefahr oder Risiko sorgt dafür, dass sich einige Betreuer eher in der Nähe der Kinder aufhalten. Und schließlich bedürfen einige der Spielelemente der Zusammenarbeit mehrerer Personen, da sie ansonsten nicht funktionieren.

Heute, nur vier Jahre nach der Eröffnung der Spiellandschaften, wirkt es so, als ob sie schon immer da gewesen wären, und sie haben ein Eigenleben entwickelt. Als Pla¬ner, Geldgeber, Bauherren und Interessengruppen machen wir uns im Vorfeld viele Gedanken um das Potenzial eines Parks, aber letztlich sind es die Kinder, die Familien und die Gesellschaft insgesamt, die dem Ganzen Bedeutung verleihen. Die Art und Weise, wie Menschen aller Altersgruppen die Spiellandschaft nutzen, was sie mögen und was sie eher links liegen lassen – das allein entscheidet über die Zukunft des Parks. Sasaki arbeitet gemeinsam mit der Stadt Cincinnati weiter an der sechsten Phase der Umsetzung des Parks und behält in dieser Funktion die weitere Entwicklung der Spiellandschaften im Auge.

Zugleich haben der Planungsprozess und die spätere Auswertung des tatsächlichen Nutzungsverhaltens im Smale Riverfront Park bereits jenseits von Cincinnati ein Echo gefunden. Hier gewonnene Erkenntnisse sind in die Planungen von Sasaki für Parks, Plätze, Flussufer und Spielplätze überall in den USA eingeflossen, vor allem in aktuelle und anstehende Projekte in Los Angeles, Chicago, Boston und Raleigh. In einer Zeit, in der der öffentliche Raum zugleich eine Funktion als Vorgarten und Hinterhof erfüllen muss, ist es umso wichtiger, das Spiel auf spontane, natürliche und kontextbezogene Weise in die Stadtplanung einzubeziehen. Wenn die erfolgreiche Aktivierung öffentlichen Raumes in Freudenschreien gemessen werden könnte, dann würden so großartige Spielplätze wie jene im Smale Riverfront Park in den Charts mit Sicherheit ganz vorne liegen.

Zur Website der Sasaki Associates, Inc.

Quelle: Kate Tooke, ASLA, PLA, Assoziierte Direktorin bei Sasaki / IAKS sb 4/2019

IAKS Zukunftstrends 2020

15.07.2019

Für Sport- und Freizeitanlagen

Zukunftstrends 2020 für Sport- und Freizeitanlagen

Mit ihren Zukunftstrends möchte die IAKS wichtige weltweite Entwicklungen im Bereich der Sport- und Freizeitanlagen für Branchenexperten und Nicht-Branchenexperten umreißen.

Die Vorschläge greifen von Experten beobachtete Aspekte und Trends auf, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch spiegelt die Reihenfolge der Vorschläge nicht den Grad ihrer Bedeutung wider. Einige widersprechen sich sogar, was nicht verwundert in einer Welt, die immer komplexer wird und in der es oft keine allgemeingültige Patentlösung gibt. Die unterschiedlichen Anforderungen und Entwicklungen an einem Standort müssen berücksichtigt werden, wenn für eine bestimmte Sport- und Freizeiteinrichtung eine nachhaltige Lösung angestrebt wird.

Autor: IAKS International Association for Sports and Leasure Facilities

Öffentlicher Raum für Sport und Freizeit

Öffentlicher Raum für Sport und Freizeit

Die Individualisierung unserer Gesellschaft und neue Arbeitsformen mit verschwimmenden Grenzen von Arbeit und Freizeit führen zu einer höheren Nachfrage nach Individualsportarten wie Schwimmen, Joggen und Rad fahren. Diese werden häufig im öffentlichen Raum ausgeübt, der nicht eingeschränkt ist durch Öffnungszeiten, beispielsweise Fahrradstrecken ohne Straßenüberquerung wie das Projekt SkyCycle in London.

Multifunktionalität und Sicherheit sind damit wichtige Anforderungen an eben jene öffentlichen Räume. Zu-gleich müssen auch am Arbeitsplatz Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung vorhanden sein. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Sporteinrichtungen (insbesondere Sporthallen) Einzelpersonen zugänglich zu machen entsprechend dem dänischen Vorbild, wo Sporthallen inzwischen als "überdachter öffentlicher Raum" gelten.

Zunehmende Bedeutung von Multifunktionalität

Die Individualisierung der Gesellschaft bringt zudem viele neue Sportarten hervor, häufig in Verbindung mit einer Lifestyle-Komponente. Da es nicht für alle Sportarten eigene Anlagen geben kann, müssen die bestehenden Sport- und Freizeiteinrichtun-gen immer multifunktionaler werden.

Infrastruktur für sanfte körperliche Aktivität

Infrastruktur für sanfte körperliche Aktivität

Sportinfrastruktur muss auch Raum für „sanfte“ körperliche Aktivität bieten. Die zunehmend inaktive und übergewichtige Bevölkerung wird nicht zu einem aktiveren und gesünderen Lebensstil zurückkehren, indem sie klassischen Sportarten nachgeht. Diese Menschen müssen behutsam an körperliche Aktivität herangeführt werden, wobei gleichzeitig ein Anreiz über Freizeitangebote geschaffen werden muss, beispielsweise in Form von Indoor-Spielecken für Kinder in Sporthallen oder auch in Gestalt innovativer Initiativen wie dem „bewegten Schulweg“ in Salzburg (Spielplatzgeräte entlang des Schulwegs).

Darüber hinaus bringt auch der zunehmende Stellenwert der Gesundheit (einschl. psychische Gesundheit/Stressabbau) im Rahmen körperlicher Aktivität ganzheitlichere Trend- und Lifestyle-Sportarten hervor. Neue Arten von Sport- und Freizeitaktivitäten gewinnen an Bedeutung, z. B. Yoga oder Pilates. Die Sport- und Freizeitinfrastruktur muss an diese steigende Nachfrage angepasst werden.

Erweiterte Barrierefreiheit und eine alternde Gesellschaft

Erweiterte Barrierefreiheit und eine alternde Gesellschaft

Das ursprüngliche Konzept der Barrierefreiheit, das primär dazu dienen sollte, den Bedürfnissen von Rollstuhlfahrern zu entsprechen, wurde in den vergangenen Jahren stark ausgeweitet. Dies ist nicht zuletzt auf den demografischen Wandel und die höhere Lebenserwartung zurückzuführen. Neue Anforderungen für Sport- und Freizeiteinrichtungen sind entstanden, beispielsweise in Bezug auf Treppen, Beleuchtung, Beschilderung und Lautsprechersysteme, die für alle Benutzergruppen barrierefrei ausgelegt sein sollten.

Unsere alternde Gesellschaft räumt älteren Bürgern größere Priorität innerhalb der Sportgemeinschaft ein. Es entsteht eine Nachfrage nach neuen Sportarten bzw. neuen Formen der Ausübung bestehender Sportarten, darunter Nordic Walking, Pickleball, Mall Walking, Tanzen, Rasen-Bowling.

Wirtschaftliche Herausforderungen

Knappe öffentliche Budgets verlangen nach einer Priorisierung von Fördermitteln, langfristigen Business-Plänen und einer Nutzungsänderung bestehender Einrichtungen anstelle von Neubauten. Im Wettstreit um öffentliche Zuschüsse müssen Sport- und Freizeitanlagen der öffentlichen Hand und anderen Akteuren ihren „Wert für die Öffentlichkeit“ belegen (auch Sozialrendite genannt) und nachhaltige Geschäftsmodelle entwickeln.

Neue Projekte werden häufig über neue Modelle der Partnerschaft mit privatwirtschaftlichen Unternehmen sowie neue Modelle der Umsatzgenerierung realisiert. Die Wirtschaftlichkeit kann auch über Einrichtungen mit einer Vielzahl an Komponenten gesteigert werden, in denen profitable Lifestyle-Sportarten unrentable traditionelle Sportarten mittragen, d. h. indem beispielsweise einem auf Leistungstraining ausgerichteten Vereinsschwimmbad Freizeitelemente oder ein Fitnessclub hinzugefügt werden.

Für Entwicklungsländer sind Bau und Unterhalt von Sporteinrichtungen für sich genommen schon eine große Herausforderung. Erschwerend kommt hinzu, dass die Menschen sich den Zugang zu Sport- und Freizeitanlagen auch finanziell leisten können müssen.

Vielseitige Entwicklung von Marktsegmenten

Vielseitige Entwicklung von Marktsegmenten

Die zunehmende Kommerzialisierung von Zuschauer-/Mediensportarten führt zu einer frühen Trennung von Leistungs- und Freizeitsport, häufig begleitet von privat finanzierten Zuschauereinrichtungen, die einer einzigen Sportart vorbehalten sind, wie beispielsweise Fußballstadien. Hinzu kommt, dass auch die Anlagen für den kommerziellen Lifestyle-Sport gewöhnlich privat finanziert werden, wie z. B. Fitnessclubs. Dieser Trend führt dazu, dass Gemeinde- und Schuleinrichtungen nur die unrentablen Sparten bleiben, beispielsweise Schwimmbäder für das Vereinstraining und klassische Turnhallen.

Sport- und Freizeiteinrichtungen in Städten und Vorstädten

Sport- und Freizeiteinrichtungen un Städten und Vorstädten

Die Urbanisierung an sich schränkt den für Sportanlagen verfügbaren Raum ein, sodass entsprechende Anlagen auf andere Gebäude aufgesetzt werden oder ihren Fußabdruck reduzieren müssen. Zweitens verschwinden mit der Urbanisierung freie Flächen. Daher müssen die vorhandenen Freiflächen multifunktionaler werden und vielfältige Formen von Bewegung ermöglichen, wie z. B. Superkilen in Kopenhagen. Spielplätze für Kinder spielen eine wichtige Rolle bei der Motivation von Kindern, sich zu bewegen. In den Vororten ist die soziale Funktion von Sport- und Freizeitanlagen von Bedeutung. Sie müssen multifunktional sein und einen Treffpunkt für die Menschen vor Ort bilden. Dies gelingt nur, wenn die Einrichtung alle Akteure einbezieht und somit „nah am Menschen“ ist. Sportanlagen spielen überdies eine wichtige Rolle in der sozialen Arbeit/Präventionsarbeit für die Jugend (siehe Street Mekka in Kopenhagen).

Sicherheit

Sicherheit

Die Bedrohung durch den Terrorismus, eskalierende Hooligan-Übergriffe und verstärkter Vandalis-mus erfordern Maßnahmen in Zuschauer- und Sportanlagen wie Eingangskontrollen, Videoüberwachung, Sicherheitspersonal und Austausch von Informationen zwischen Organisationen.

Die gestiegene Verantwortlichkeit von Sportanlagen gegenüber ihren Nutzern erhöht die Anforde-rungen im Vorfeld der Baugenehmigung und verleiht Lizenzprodukten noch größere Bedeutung.

Auswirkungen des Klimawandels

Auswirkungen des Klimawandels

Der Klimawandel rückt die Nachhaltigkeit immer mehr in den Blickpunkt. Das erfor-dert überprüfbare Baumaterialien sowie einen möglichst geringen Verbrauch an Energie und Ressourcen während des Betriebs (z. B. Wärmerückgewinnung, Kraft-Wärme-Kopplung).

In einigen Regionen erfordert der Klimawandel umfassenderen Schutz von Anlagen gegen Witterungseinflüsse wie Hitze und Nässe. Die Luftverschmutzung sorgt ebenfalls für neue Herausforderungen und schränkt Outdoor-Aktivitäten ein.

Multimediale Einrichtungen

Multimediale Einrichtungen

Die Allgegenwart digitaler Technologien macht den digitalen Zugang von Sport- und Freizeiteinrichtungen vor und während des Besuchs unverzichtbar. Auch die virtuelle Realität (also die Verknüpfung von Realität und virtuellen Elementen) wird im Sport Einzug halten. Erste Schritte in diese Richtung sind Wii Sports und Pokémon Go. Eine weitere Entwicklung ist die steigende Nachfrage nach Sport-Tracking und sonstigen Leistungsmessungen.

Internationale Angleichung der Nachfrage

Internationale Angleichung der Nachfrage

Globalisierung, Internet und die zunehmende Mobilität der Menschen führen zu einer Homogenisierung der Erwartungen an Sport- und Freizeitanlagen. Darum tendieren Nutzer weltweit hin zu bewährten Modellen. Globale Trends sollten deshalb im Licht der zunehmenden Harmonisierung internationaler Qualitätsstandards aufmerksamer verfolgt werden.

Parallel hierzu steigt mit der Migration die kulturelle Vielfalt innerhalb der einzelnen Länder – neue Sportarten und Formen der Sportausübung könnten sich hieraus entwickeln.


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