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Ergebnisse "IAKS Wirtschaftsbarometer Sportstätten"

03.12.2020

Ergebisse "IAKS Wirtschaftsbarometer Sprtstätten"

Vor dem Hintergrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie ist die Betrachtung der wirtschaftlichen Situation der Planer von Sport- und Freizeiteinrichtungen von großer Relevanz. Das „IAKS Wirtschaftsbarometer Sportstättenbau“ zeigt anhand einer Befragung unter Branchenvertretern, dass die aktuelle Lage der Planer insgesamt zwar noch gut aussieht, jedoch ein merklicher Rückgang der Auftragslage erwartet wird. Die Förderprogramme „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ und „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ werden insgesamt positiv bewertet. Eine größere Bekanntmachung der Förderprogramme unter Planern, zu kurze Fristen und eine als kompliziert wahrgenommene Abwicklung bergen jedoch noch Optimierungspotenzial.

Ergebnisse des 2. „IAKS Wirtschaftsbarometer Sportstättenbau“

1. Ergebnisse

Die IAKS Deutschland hat in einer Umfrage Daten zur aktuellen wirtschaftlichen Situation der Planer von Sport- und Freizeitanlagen erhoben. 1663 Unternehmen wurden kontaktiert. Der Fragebogen wurde mit 163 Klicks aufgerufen. Von 71 Teilnehmern, die die Beantwortung der Fragen begonnen haben, beantworteten 53 Unternehmen die Befragung vollständig. Die Befragung fand zwischen dem 23.09.2020 und dem 22.10.2020 statt. Der Link zum Online Fragebogen wurde per E-Mail an relevante Unternehmen aus der Baubranche für Sport- und Freizeitanlagen geschickt.
Durchschnittlich sind 34 Mitarbeiter bei den teilnehmenden Unternehmen beschäftigt. 55% der Stichprobe sind hauptsächlich im Bau von Freianlagen (Sportanlagen und öffentlichen Bewegungsräume), 32% im Bau von Turnhallen und Stadien (Hochbau), und 6% im Bau von Schwimmbädern und Freibädern tätig. Dabei gaben 91% an, dass sie überwiegend für öffentliche Auftraggeber tätig sind. Nur 9% nannten gewerbliche oder private als Auftraggeber für ihre Tätigkeit.
26% der Unternehmen gaben einen Jahresumsatz in 2019 von weniger als 0,5€ Mio. an, 32% lagen zwischen 0,5€ Mio. und 1€ Mio. 28% gaben einen Jahresumsatz 2019 zwischen 1€ Mio. und 2,5€ Mio. an und 8% der befragten Unternehmen lagen bei einem Vorjahresumsatz zwischen 2,5€ Mio. und 5€ Mio. Lediglich 6% erwirtschafteten einen Jahresumsatz von mehr als 5€ Mio. in 2019.
95% der befragten Unternehmen bewerteten ihre wirtschaftliche Situation vor der Corona Pandemie mit „sehr gut“ oder „gut“. 5% beurteilten dies mit „durchschnittlich“.
19% der Unternehmen gaben zum Befragungszeitpunkt an, dass sie seit Beginn der Corona Pandemie bereits Kurzarbeit anmelden mussten. Dies betraf durchschnittlich 27,50% der Belegschaft der betroffenen Unternehmen.
Im Befragungszeitraum gaben 38% der befragten Unternehmen an, keinen Rückgang der Auftragslage seit Beginn der Corona Pandemie zu verzeichnen. 32% verzeichneten einen Rückgang der Aufträge von weniger als 10%. Weitere 21% gaben an, dass sie einen Auftragsrückgang von 10-25% verzeichnen. 7% der befragten Unternehmen gaben sogar einen Rückgang von 26-50% an. Lediglich 2% verzeichnen derzeit einen Auftragsrückgang von mehr als 50%.

Im Hinblick auf die zukünftige Auftragssituation ergibt sich ein anderes Bild. So gehen 4% davon aus, dass die Aufträge um mehr als 50% zurückgehen werden. 9% der Unternehmen rechnen mit einem Auftragsrückgang von 26-50%. Weitere 34% gehen von einem Rückgang der Aufträge zwischen 10 und 25% aus. 30% der befragten Unternehmen erwarten einen Rückgang von weniger als 10% und 23% erwarten keinen Rückgang der Aufträge.

Das Förderprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" ist nur 49% der befragten Unternehmen bekannt. 59% der Unternehmen, die das Programm kennen bearbeiten auch Projekte, die eingereicht wurden oder werden. 77% der Unternehmen bewerteten das Förderprogramm als „sehr gut“ oder „gut“. 65% der Befragten stimmten folgender Aussage gar nicht oder weniger zu: „Die Fristen zur Einreichung für Projektanträge können erfüllt werden“ Die Aussage: „Die Höhe der beschlossenen Fördermittel ist angemessen“ wurde ausgeglichen bewertet. 30% gaben an, dass sie neutral sind, 30% stimmten etwas zu, 30% stimmten weniger zu und 10% stimmten gar nicht zu. Ähnlich verhält es sich bei der Zustimmung zur Aussage: „Die Antragsstellung ist unkompliziert.“ 35% stimmen der Aussage weniger oder gar nicht zu, 25% stimmen etwas oder voll und ganz zu und 40% sind neutral eingestellt.

Das Förderprogramm "Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten" ist nur 38% der Befragten bekannt. 70% der Unternehmen, denen das Programm bekannt ist, bearbeiten auch Projekte, die eingereicht wurden oder werden. Insgesamt beurteilen 60% der befragten Unternehmen das Programm als sehr gut oder gut. Nur 5% bewerten es als schlecht. 35% bewerten es als mittelmäßig.

Die Aussage: „Die Höhe der beschlossenen Fördermittel ist angemessen“ wurde ausgeglichen bewertet. 30% gaben an, dass sie neutral sind, 30% stimmten etwas zu, 30% stimmten weniger zu und 10% stimmten gar nicht zu.
60% der Befragten stimmten folgender Aussage gar nicht oder weniger zu: „Die Fristen zur Einreichung für Projektanträge können erfüllt werden“.
Die Aussage: „Die Höhe der beschlossenen Fördermittel ist angemessen“ wurde ausgeglichen bewertet. 30% gaben an, dass sie neutral sind, 30% stimmten etwas zu, 30% stimmten weniger zu und 10% stimmten gar nicht zu. Ähnlich verhält es sich bei der Zustimmung zur Aussage: „Die Antragsstellung ist unkompliziert.“ 35% stimmen der Aussage weniger oder gar nicht zu, 25% stimmen etwas oder voll und ganz zu und 40% sind neutral eingestellt.

Folgende Forderungen an die Bundespolitik wurden bei offener Nennung gestellt:

  • Durchführungsvereinfachung, Reduzierung der Auflagen, bzw. deren Komplexität.
  • Abbau bürokratischer Hürden, schnellere Entscheidungen.
  • Förderprogramme langfristig laufen lassen über 2021 hinaus
  • Förderung von Schulsportstätten
  • Vereinfachung Vergabeverfahren

Folgende Forderungen an die Kommunen wurden bei offener Nennung gestellt:

  • Personalmangel entgegenwirken
  • Effizientere Bearbeitung von Anträgen, Beschleunigung der Prozesse
  • Keine Budgetkürzungen
  • Förderprogramme langfristig aufrechterhalten

Folgende Forderungen an die IAKS Deutschland wurden bei offener Nennung gestellt:

  • Fördermittelkompass für alle Bundesländer (auch regionale Förderprogramme mit aufnehmen)
  • Kooperationen mit anderen Institutionen eingehen
  • Mehr Informationen im technischen Bereich
  • Bedarfsanalysen für Schwimmbäder-Hinweise / Anleitungen für Fördermittelbeantragung an Planer und Kommunen

2. Bewertung

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Planer von Sportstätten einen erheblichen Rückgang der Auftragslage erwarten. Hauptgründe dafür sind die erwarteten Mindereinnahmen der Kommunen aus den Gewerbesteuer. Auch wenn die jetzige Lage der Planer noch gut aussieht und in der aktuellen Situation noch nicht bei allen betroffenen Unternehmen ein starker Rückgang zu erkennen ist, rechnet die Mehrheit der Planer mit weitreichenden wirtschaftlichen Folgen in der Folgezeit. Laut Steuerschätzung werden die Kommunen von 2020 bis 2024 mit 46€ Mrd. Mindereinnahmen zu kämpfen haben (Bundesministerium der Finanzen, 2020).
Geht man von einer gesamtwirtschaftlichen Bedeutung des Sportstättenbaus und -betriebs von 24,5€ Mrd. aus, so wird mit erheblichen wirtschaftlichen Einbußen zu rechnen sein (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 2018). Das bisherige jährliche Volumen von Bauinvestitionen von ca. 7€ Mrd. im Bereich Sportstätten wird demnach deutlich zurückgehen. Die Arbeitsplätze von ca. 100.000 Erwerbstätigen im sportbezogenen Bausektor sind dadurch in Gefahr.
Dem Sanierungsstau von staatlichen Sportanlagen in Höhe von 21€ Mrd. sollte aber gerade jetzt entgegengewirkt werden, um gute Sportstätten zu sanieren und in diese zu investieren (DOSB, Dt. Städtetag, Dt. Städte- und Gemeindebund, 2018). Nur wenn es geeignete und attraktive Bewegungsräume gibt, werden mehr Menschen Sport treiben und ihre Gesundheit fördern.

Die beschlossenen Fördermittel wurden insgesamt positiv bewertet. Die Fristen sind allerdings überwiegend zu kurzfristig gesetzt und es können viele Projekte nicht rechtzeitig eingereicht werden. Die Förderprogramme sollten ohne Fristen über 2021 hinaus laufen. Auch die Abwicklung wird als kompliziert wahrgenommen. Durch den hohen Bürokratieaufwand und das geringe Personalaufgebot der Kommunen können die von den Kommunen bearbeiteten Anträge nicht zeitnah bearbeitet werden. Hier braucht es Vereinfachung und eine Beschleunigung der Prozesse auf öffentlicher Seite.

Ergebisse der Befragung

Die Ergebnisse der Befragung von Branchenvertretern können Sie sich hier als PDF-Datei herunterladen.

Download der Umfrageergebnisse (.pdf)

Quelle: IAKS