EWA Sonderschau "Gesundheit"

European Waterpark Association und Koelnmesse zeigten Sonderausstellung zum Messeduo FSB/Aquanale

"Gesundheitsfaktor Bad"

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Aktive Gesundheitsvorsorge kann auch Spaß machen – diese These wurde eindrucksvoll illustriert durch eine Sonderausstellung, die die European Waterpark Association e.V. gemeinsam mit der Koelnmesse GmbH im Oktober zum Messeduo FSB/Aquanale präsentierte. Längst sind Prävention und Rehabilitation nicht mehr nur Themen der traditionellen Kurbäder, sondern wesentliche Impulse auch für den Besuch von Sport- und Freizeitbädern geworden. Angeregt wurde die Ausstellung nicht zuletzt durch den Entwurf eines Präventionsgesetzes, das zum Ziel hat, mit einer „effektiven Gesundheitsförderung und Prävention“ auf die Herausforderungen zu reagieren, die „die demografische Entwicklung mit einer anhaltend niedrigen Geburtenrate, einem erfreulichen Anstieg der Lebenserwartung und der damit verbundenen Alterung der Bevölkerung sowie der Wandel des Krankheitsspektrums hin zu chronisch-degenerativen und psychischen Erkrankungen“ mit sich bringt (so die Präambel des Gesetzentwurfs).

Immerhin steht „Die eigene Gesundheit fördern“ nach einer Untersuchung der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen an zweiter Stelle bei den Anlässen für Freizeitaktivitäten außer Haus. 67% der Befragten nannten dies als Antrieb, aus dem Haus zu gehen und aktiv zu werden – noch mehr als der Wunsch, Freunde und Bekannte zu treffen, der von 59 % genannt wurde.

„Unsere Freizeitbäder und Thermen sind ideale Orte, um beide Interessen miteinander zu verknüpfen“ erläutert der Präsident der European Waterpark Association Dr. Michael Quell die wachsende Bedeutung der Freizeitbäder und Thermen als so genannte „Third Places“ (neben dem Wohn- und dem Arbeitsplatz“, an denen die Menschen immer mehr ihrer freien Zeit verbringen. War es früher vor allem die Bewegung im Wasser, die als Möglichkeit zur aktiven Gesundheitsvorsorge beim Besuch eines öffentlichen Bades im Vordergrund stand, so ist es heute ein ganzes Bündel an Aktivitäten und Möglichkeiten, das in den Freizeitbädern und Thermen die Aspekte Erholung und Entspannung mit therapeutischen und allgemein gesundheitsfördernden Angeboten verbindet.

Längst ist die Anwendung von Wasser mit heilkräftigen Mineral- und Wirkstoffen nicht mehr nur an die Orte gebunden, an denen entsprechende Quellen aus der Erde kommen. Solebäder und andere Wirkstoffbäder sind fast schon „Standardangebote“ auch in den Freizeitbädern und Thermen. Neben der balneologischen Therapie hat sich rund um das Thema Sauna ein komplexes Angebot an weiteren Therapieformen – von der Wärmeanwendung bis zu den klassischen Massagen und Physiotherapien – entwickelt, die das Angebotsspektrum abrunden.

„Unsere Bäder haben diesen Trend schon vor Jahrzehnten erkannt und sich auf die enorm gewachsene Nachfrage mit entsprechenden Angeboten eingestellt“, so EWA-Geschäftsführer Dr. Klaus Batz: „Bei der Recherche zu der Sonderausstellung waren wir selbst überrascht, wie groß die Vielzahl der Therapieformen und gesundheitsfördernden Angebote wie Kurse, Fitnessstudios und Einzelbehandlungen in unseren Bädern inzwischen ist“.

Dargestellt wurden in der Sonderausstellung nicht nur die verschiedenen Formen der Balneo-, Wärme- und physischen Therapie, sondern auch besonders erfolgreiche Modelle der Angebotskombination vom Day-Spa-Konzept bis zum Healthcare und Wellness-Resort. So diffus der Wellnessbegriff allgemein geworden sei, so anspruchsvoll werde er inzwischen in den Freizeitbädern und Thermen mit dem Thema Gesundheitsvorsorge verknüpft: „Unsere freizeitorientierten Bäder haben hier die Funktion der klassischen Kurbäder umfänglich integriert“, beschreibt der EWA-Geschäftsführer die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre. Dies sei nicht zuletzt der enorm gestiegenen Nachfrage nach solchen Angeboten geschuldet, in der sich der angekündigte demographische Wandel bereits spiegle: „Und das Schöne dabei ist, dass sich das Ganze in einer Atmosphäre abspielt, die Urlaubsresorts entsprechen und nicht mehr klinischen Einrichtungen“. Eines sollte die Sonderausstellung „Gesundheitsfaktor Bad“ den Besuchern der beiden Fachmessen deutlich vor Augen führen: Die Bereitschaft der Bevölkerung, für ihre Gesundheit (im Sinne von Rehabilitation und vor allem von Prävention) Zeit und Geld aufzuwenden, ist so sehr gewachsen, dass das Thema gesundheitsorientierte Freizeitangebote für die öffentlichen Bäder auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden ist, dessen Bedeutung in Zukunft weiter zunehmen wird.